Mathematisch-naturwissenschaftlicher Bereich

Lesen Sie hier einen Auszug aus unserem Schulprogramm:

9.1 Der mathematisch-naturwissenschaftliche Bereich

Eine tragende Säule des Weiterbildungskollegs ist der mathematisch-naturwissenschaftliche Bereich. Aufgrund ihrer beruflichen Vorbildung verfügen viele Studierende über naturwissenschaftliche Fachkenntnisse, die in den Unterricht einbezogen werden können.

Fundierte mathematisch-naturwissenschaftliche Kenntnisse bilden eine notwendige Voraussetzung für ein erfolgreiches Hochschulstudium in vielen Fachbereichen. Sie sind daher ein unverzichtbarer Teil der Hochschulreife.

Auf der anderen Seite korrespondiert Bildung in diesem Bereich häufig mit Ängsten und pauschaler Ablehnung von Technik. Deshalb trägt der mathematische und naturwissenschaftliche Unterricht durch Vermittlung von Sach- und Methodenkenntnissen auch dazu bei, derartige Ängste abzubauen.

Durch den Unterricht im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich werden die Studierenden dazu befähigt, als mündige Bürger kritisch am gesellschaftlichen und kirchlichen Diskurs über Umwelt- und Technologieprobleme und damit am demokratischen Meinungsbildungsprozess teilzunehmen. Für die Zukunft des Industrie- und Dienstleistungsstandortes Deutschland ist es erforderlich, das Bildungsangebot in den Fächern Mathematik und den Naturwissenschaften zu verstärken und die Attraktivität dieser Fächer in der Kursphase zu steigern.

9.1.1 Mathematik

Die Gestaltung des Mathematikunterrichts am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium ist zunächst dadurch gekennzeichnet, dass Studierende verschiedenen Alters und höchst unterschiedlicher mathematischer Vorbildung die Schule besuchen. Somit werden in den ersten Semestern die Schwerpunkte der gymnasialen Sekundarstufe I in den Mittelpunkt gestellt; dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Einführung in die mathematische Fachsprache sowie der Erarbeitung grundlegender algebraischer Lösungsverfahren. Da Hausaufgaben im Zweiten Bildungsweg aus zeitlichen Gründen weitgehend entfallen, ist der Unterricht durchgehend bis zum Abitur in hohem Maße durch Arbeitsphasen geprägt, in denen die Studierenden eine Vielzahl von Übungsaufgaben allein oder in kleinen Gruppen möglichst eigenständig lösen.

Dadurch wird eine Rechenroutine erlangt, die für die Lösung komplexer Aufgaben unerlässlich ist. Zunehmend wird versucht, Unterrichtsinhalte der sogenannten Einführungsphase (Klasse 10 G8-Abitur) in das Semester 2 zu integrieren, um mehr Zeit für die Inhalte der Qualifikationsphase zu gewinnen.

Eine wichtige Aufgabe der Mathematiklehrer am Abendgymnasium besteht darin, die Studierenden zu befähigen, den häufig sehr umfangreichen Text, in den die mathematische Aufgabe eingebunden ist, richtig zu verstehen und auf dieser Grundlage konkrete Lösungsstrategien zu entwickeln. Dies betrifft auch die Einübung der Operatoren, deren Umsetzung Grundlage aller Abituraufgaben ist.

Das richtige Verständnis der Texte in den Mathematikklausuren des Zentralabiturs kann gerade für Studierende aus anderen Ländern ein Problem sein, das sie daran hindert, ihre zum Teil guten und sehr guten Kenntnisse im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich zu entfalten. Die Aufgabe des Mathematikunterrichts am Abendgymnasium besteht daher insbesondere auch darin, gerade diese Studierenden durch die Schulung ihrer fachsprachlichen Kompetenz auf die erfolgreiche Lösung von Prüfungsaufgaben vorzubereiten.

Darüber hinaus sollen den Grundkursteilnehmern, die das Fach Mathematik als 3. Abiturfach wählen, zusätzliche Übungsangebote unterbreitet werden, um sie so besser auf die Abiturprüfung vorzubereiten.

9.1.2 Physik

In den beiden Semestern der Einführungsphase werden die obligatorischen Gebiete der klassischen Physik auf dem Niveau der gymnasialen Sekundarstufe I behandelt. Dabei werden die physikalischen Grundbegriffe durch Schulexperimente erarbeitet. Der Umgang mit physikalischen Tabellen, Messkurven und Formeln einschließlich der notwendigen Maßeinheiten wird intensiv eingeübt. Im Vordergrund stehen daher die physikalische Begriffsbildung sowie die Gewinnung von Gesetzmäßigkeiten auf Grund geeigneter Experimente.

Im Kurssystem werden unter den oben genannten klassischen Gebieten in Übereinstimmung mit den Richtlinien für den Zweiten Bildungsweg ausgewählte Inhalte der Physik des 20. Jahrhunderts vermittelt. Auch hier ist das Studierendenexperiment ein zentraler Bestandteil des Unterrichts. Darüber hinaus wird an zahlreichen Übungsaufgaben der Umgang mit den Operatoren in Hinblick auf die zentral gestellten Prüfungsaufgaben eingeübt. Zudem ist ein gezieltes Abiturtraining mit geeigneten Aufgabensammlungen vorgesehen.

9.1.3 Biologie

Der Biologieunterricht am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium berücksichtigt speziell in der Einführungsphase, dass die Studierenden im Zweiten Bildungsweg mit sehr unterschiedlichen Vorkenntnissen in den Fachunterricht eintreten. Hierzu wird am Anfang des Biologieunterrichts eine fundierte Wissensgrundlage für die Themen in der Kursphase gelegt.

Darüber hinaus legt der Biologie-Unterricht am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium auch einen Schwerpunkt auf die gesellschaftliche Relevanz der Naturwissenschaft Biologie, die – möglicherweise mehr als andere Naturwissenschaften – Themenfelder vieler anderer Wissensgebiete berührt. Hierbei sind durchaus auch ethische Fragestellungen angesprochen: Aspekte einer nachhaltigen Ökonomie, Implikationen der Biotechnologie und mögliche Konsequenzen aus der Evolutionstheorie werden heute fach- und gesellschaftsübergreifend diskutiert und werden in Zukunft weitreichende Folgen haben. Ein Ziel des Biologie-Unterrichts ist es, den Studierenden einen Einblick in diese Zusammenhänge zu geben und sie so in die Lage zu versetzen, dieser Diskussion zu folgen und aktiv daran teilzunehmen.

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Das vollständige Schulprogramm finden Sie hier: