Abiturientia Sommer 2014

Die Abiturientinnen und Abiturienten des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums freuen sich nach den bestandenen Prüfungen besonders auf die verdiente Erholung im Sommer und haben schon viele Vorsätze und Pläne gefasst und sind voller Tatendrang, mit dem Abiturzeugnis in der Tasche neue Wege zu gehen, die ihnen nun offen stehen.

2014-06-27_abifeier2

Die Zeugnisübergabe an eine der Abiturientinnen durch Schulleiter Jochen Suthe

Das Abiturzeugnis erhielten:
Benet, Janine
Böminghaus, Matthias
Dragaqina, Anita
Eitler, Christian
El-Zein, Nida
Fischer, Christoph
Heyen, Melina
Hochhalter, Ina
Höher, Rosa-Maria
Höltgen, Manuela
Jope, David
Kanho, Karmo
Khom, Claudia
Leimann, Annabell
Leipski, Jenny
Löven, Annkathrin
Omerovic, Sanela
Oukaci, Nadja
Parting, Marcus
Petrow, Kristina
Powalla, Jan
Reichmann, Dominic
Singh, Amandip
Steinbrink, Sebastian
Sudbrack, Barbara
Tosta, Adrian
Walocha, Barbara
Wangen, Peter
Zawadzinski, Matthias

Abitur mit Durchschnitt 2,23

Abitursemester mit Durchschnittsnote 2,23 verabschiedet – Feier der Abiturientinnen und Abiturienten im Nikolaus Groß Abendgymnasium

Am Freitag, dem 22. Juni 2012 wurden die Abiturientinnen und Abiturienten des Nikolaus Groß Abendgymnasiums mit einem feierlichen Gottesdienst in der Heilig-Kreuz-Kirche und mit einem Festakt in der Aula der Schule verabschiedet. Der Schulleiter, Herr Nadorf, gratulierte allen Studierenden im Namen der Schulgemeinde zu ihren besonders guten Prüfungsleistungen.

Alle Studierenden haben die Abiturprüfung bestanden und ihre Durchschnittsnote war 2.23.

Der Schulleiter bezeichnete die Leistung von Studierenden und Lehrenden in diesem Abitursemester als eine eindrucksvolle Bestätigung für die Qualität des berufsbegleitenden Unterrichts am Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums und würdigte die Solidarität in der Klassengemeinschaft, die es allen Studierenden ermöglicht hat, ihr Bildungsziel zu erreichen.

Das Ergebnis dieser Abiturprüfung ist auch ein Signal der Ermutigung für alle Studierenden, die jetzt das Nikolaus-Groß-Abendgymnasium besuchen und vor allem auch für diejenigen, die sich für den neuen Studiengang angemeldet haben.

Abitur Dezember 2011

Am Freitag, dem 16.12.2011 wurden die Abiturientinnen und Abiturienten des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums in der Aula der Schule verabschiedet. Die Studierenden erhielten ihr Abschlusszeugnis durch den Schulleiter Herrn Nadorf, der in seiner Abituransprache insbesondere die besonderen schulischen Leistungen der Frauen und ihre Lebenssituation würdigte.

Eine Studierende konnte sich über ein Zeugnis mit der Durchschnittsnote von 1,0 freuen. Sie wird das Fach Medizin studieren. Gemeinsam mit Freunden und Angehörigen wurde sodann bis tief in die Nacht gefeiert.

Lesen Sie hierzu die Rede des Schulleiters:

In einer Sendung über Bildungsverlierer wurden zwei Menschen als Bildungsgewinnerinnen präsentiert, die eine am Beginn ihrer Bildungsbiographie, die andere nach dem Abitur am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium im Alter von 72 Jahren vor einem neuen Aufbruch.

Was verbindet die vierzehnjährige Schülerin mit unserer zweiundsiebzigjährigen Studierenden? Die eine geboren in der Zeit des Zweiten Weltkriegs, noch geprägt durch das Mädchen- und Frauenbild der Nazizeit und aufgewachsen in den 50er Jahren, in denen viele begabte junge Mädchen von höherer Schulbildung ausgeschlossen waren – die andere aufgewachsen in einer Familie, die aus Sri Lanka eingewandert ist. Ihre Lebenswege sind unterschiedlich, aber sie teilen die Leidenschaft für das Lesen und für das Lernen.

Und es ist sicherlich auch kein Zufall, dass Günther Jauch zwei Frauen in dieser Sendung über das lebenslange Lernen vorgestellt hat. Ein Blick auf unsere Abiturientia zeigt, dass auch hier die Frauen in der Mehrheit sind Und so gestatten Sie mir, liebe männliche Abiturienten, dass ich heute etwas mehr, aber nicht nur, über unsere weiblichen Studierenden spreche:

  • Über die Studierende aus dem Münsterland, die jeden Tag anreist, um hier unsere Schule zu besuchen
  • Über die alleinerziehende Mutter, die versucht, die flexiblen Zeiten im Schichtsystem mit den Kindergartenzeiten und dem Babysitting ihrer Kinder zu koordinieren
  • Über die Altenpflegerin, die ihre beruflichen Verpflichtungen in der Schichtarbeit mit der Teilnahme am Unterricht verbindet
  • Über die Migrantin, die sich auch ohne die Unterstützung durch ihre Familie und vielleicht auch gegen ihren Widerstand weiterbildet und damit sicherlich auch die Situation der Frauen in den vierziger und fünfziger Jahren nachvollziehen kann.

Alle unsere Studierenden, die diese unterschiedlichen Belastungen in Familie, Beruf und Schule miteinander verbinden, stehen mehr als ihren Mann, sie stehen ihre Frau.

Die Frauen, die unser Abendgymnasium besuchen, hier die allgemeine Hochschulreife erwerben und dann nach dem Abschluss ihres Studiums als Ärztinnen, Lehrerinnen oder Rechtsanwältinnen arbeiten, zeigen, dass es möglich ist, Benachteiligung und Ausgrenzung zu überwinden und durch das Abitur eine neue Lebensperspektive zu gewinnen.

Im Jahre 1982 hat Ina Deter diese Bildungsoffensive der Frauen angekündigt mit dem Song „Frauen kommen langsam aber gewaltig“

Dort heißt es:

Frauen kommen langsam aber gewaltig
Schlaue Frauen sind verdächtig
Nehmen alles in die Hand
Schlaue Frauen beweisen
Täglich ihr’n Verstand
Schlaue Frauen schlag’n auf’n Magen
Müssen immer besser sein
Schlaue Frauen jagen
Männern Ängste ein

Starker Mann was nun
Keine Zeit mehr was zu tun
Frauen kommen langsam
– aber gewaltig

Mittlerweile – so darf man sagen – sind die Frauen gewaltig angekommen. Ich möchte das an zwei Beispielen illustrieren.

Vor einem Jahr habe ich eine Studierende aus Kabul in Afghanistan verabschiedet. Dabei waren auch ihr Vater aus Kabul und ihr Bruder aus Amerika. Beim anschließenden Empfang bemerkte ich ironisch, früher sei doch in den Schulen alles besser gewesen, denn die Jungs hätten doch keine Konkurrenz von den Mädchen gehabt. Während der Vater diese Ironie nicht bemerkte und mir zustimmte, sagte der Bruder, dass wir Gott sei Dank die Talibanisierung der Bildung überwunden hätten. Der Britische Schriftsteller Willy Russell hat den Frauen, die sich weiterbilden, im Jahre 1980 mit der 26jährigen Friseuse Rita ein Denkmal gesetzt. Rita gehört zu den Frauen, die sich im Rahmen eines Abiturkurses intensiv mit russischer Literatur, u.a. auch mit dem Schriftsteller Anton Tschechow befassen und damit „Männern Ängste einjagen“.

So klagt sie in einem Gespräch mit ihrem Lektor Frank darüber, dass ihr Ehemann Danny ihre Bücher und Papiere verbrannt hat, weil er annimmt, dass sie eine Affäre mit Tschechow hat.

Hier ein Ausschnitt aus dem Gespräch zwischen Rita und ihrem Ehemann Danny,

Rita: „Auch wenn ich eine Affäre mit Anton Tschechow hätte, so hätte es doch keinen Sinn, seine Bücher zu verbrennen. Ich habe aber keine Affäre mit Tschechow. Daraufhin bemerkt Danny: “ Ich würde Dir das schon zutrauen, dass Du in wilder Ehe mit einem Ausländer lebst.“

Sicherlich ist Danny die Karikatur eines Ehemanns, der in Ignoranz lebt und nicht versteht, dass und wie sich seine Ehefrau durch Weiterbildung verändert.

Veränderung setzt voraus, dass Menschen in ihrem Umfeld bereit sind, die Weiterbildung von Frauen nicht nur zu akzeptieren, sondern auch als positive Chance für eine persönliche Beziehung, für die Familie und für die Freundschaft zu begreifen und zu nutzen.

Vier Jahre nach „Educating Rita“ erschien der Song „Neue Männer braucht das Land“. Anders als Danny lassen sich diese neuen Männer durch die Weiterbildung ihrer Partnerinnen nicht nur keine Angst einjagen, sondern sie bilden sich selbst fort. Es sind neue Männer, die nicht nur Geschichte machen, sondern auch Englisch, Deutsch, Mathematik, Religion, Biologie, Physik und Philosophie. Sie sind heute unter uns.

AUCH IHNEN GILT UNSER GANZ HERZLICHER GLÜCKWUNSCH AM HEUTIGEN TAGE!

Liebe Festgäste: Weiterbildung für Männer und Frauen in einer berufsbegleitenden Schule wie dem Nikolaus-Groß-Abendgymnasium ist nur dann möglich, wenn wir als Lehrer, als Freunde und Angehörige unsere Studierenden mit Ermutigung begleiten- nicht nur in den vergangenen Jahren, sondern auch darüber hinaus.

Für Ihren weiteren Weg über die Abiturprüfung hinaus brauchen wir auch im Bereich der Hochschule Teilzeitstudiengänge für berufstätige Frauen und Männer; ich darf in diesem Zusammenhang ergänzen, dass auch Frau Steppke im weiteren Verlauf der Sendung auf einen solchen Teilzeitstudienstudiengang hinweist; der Impuls zur Übertragung des Zeitsystems von dieser Schule auf die Hochschule kam hier in Essen durch einen Kooperationsvertrag zwischen dem Nikolaus-Groß-Abendgymnasium und der Universität Duisburg-Essen.

Wenn es uns gelingt die Zeitsysteme von Schule und Hochschule aufeinander abzustimmen, dann werden wir noch mehr Beiträge von Ehemaligen auf unserer homepage finden wie den von dieser Tierärztin, die unsere Schule im Jahre 2006 mit der Allgemeinen Hochschulreife abgeschlossen hat.

So schreibt Anja Hucke:

Ich schau gerade auf mein „Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife“, das vor mir auf meinem Schreibtisch liegt und freu mich über meine Durchschnittsnote, die mir den Zugang zum Medizinstudium ermöglicht. Die vergangenen zwei Jahre bargen Höhen und Tiefen sowohl in der Schule als auch zu Hause. Kranke Kinder (ich habe drei Mädchen), ein Anbau am Haus, der vernachlässigte Garten, all das störte mich manchmal auf meiner Zielgeraden zum Abitur. Andererseits ging ich total gern zur Schule und genoss den wertvollen Unterricht bei passionierten kreativen Lehrern. Außerdem blieb neben dem Lernen noch Zeit zum Reisen und Lesen von Nicht-Schulbüchern.

Also: Niemand sollte je zögern, zur Schule zu gehen (mit der Ausrede, er sei zu alt oder habe zu viel andere Arbeit) – denn meine Erfahrung ist: Was ich wirklich will, das schaff ich auch! Danke an die Lehrer und liebe Grüße wünscht

Anja Hucke.

P.S.: Es erfüllte mich mit besonderer Freude zu entdecken, dass ich eine Verwandte von Elisabeth Groß, der Ehefrau des Nikolaus Groß, bin, was für mich noch eine ganz andere Verbundenheit mit der Schule darstellte.

Einiges von dem, was Frau Hucke sagt, das haben Sie sicherlich bemerkt – spiegelt sich in dem Beitrag von Heide Steppke fast wörtlich wider.

Ich wünsche Ihnen, Liebe Studierende, dass Sie in vier Jahren auf Ihre Zeit am Abendgymnasium genauso zurückblicken können wie diese ehemaligen Studierenden. Ihnen, Ihren Freunden und Angehörigen gratuliere ich ganz herzlich und ich wünsche einen schönen Abend in unserem Hause, ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes, gesundes neues Jahr 2012.

Abitur Juli 2011

Abitur im Zweiten Bildungsweg am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium

Am 1. Juli 2011 wurden 34 Studierende des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums mit dem Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife verabschiedet. Sie haben das Abitur als Berufstätige, als Hausfrauen und Mütter und als Schichtarbeiterinnen und Schichtarbeiter mit ausgezeichneten Leistungen in der Abiturprüfung und in der Qualifikationsphase erreicht. Eine Studierende erzielte die Durchschnittsnote von 1,0. Im Namen der Schulgemeinde und des Bischofs von Essen gratulierte der Schulleiter den Abiturientinnen und Abiturienten zu Ihrer bestandenen Prüfung und wünschte ihnen alles Gute für Ihren weiteren Lebensweg.

Eine der Abiturientinnen ist Heide Steppke aus Essen-Steele. Sie ist mit 71 Jahren glücklich darüber, jetzt endlich Geschichte studieren zu können.

Weitere Informationen:

Unser Schulseelsorger, Herr Pfarrer Schwarzer gibt bekannt, dass die Kollekte im Abiturgottesdienst den Betrag von 481,94 € erbracht hat. Allen Spendern sei herzlich für ihre Großzügigkeit gedankt. Die Spenden sind für die Jugendarbeit der Pfarrgemeinde Heilig Kreuz bestimmt und wurden von Frau Steppke und Herrn Schwarzer an Pater Georg übergeben.

Zur Information: Die neuen Kurse am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium beginnen am 07.09.2011
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„Ich möchte mehr Möglichkeiten haben“

Abitur im Zweiten Bildungsweg am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium

Markus Hoffmann ist 33 Jahre alt und arbeitet derzeit als Physiotherapeut. Seit wenigen Tagen kann er stolz sein Abiturzeugnis mit einem Notendurchschnitt von 1,2 präsentieren. Auf dieses Ziel hat er seit drei Jahren hingearbeitet. „In meinem derzeitigen Beruf hat man auf Dauer gesehen zu wenig Möglichkeiten und unbefriedigende Perspektiven.“ Herr Hoffmann möchte nun Medizin studieren, um in seiner Arbeit unabhängiger zu sein, eigenständig forschen und therapieren zu können. Auch sein Wunsch, in Krisengebieten helfen zu können (z.B. im Rahmen von Projekten wie „Ärzte ohne Grenzen“), war eine Hauptmotivation zum Berufswechsel. Angst, dass er nach weiteren gut zehn Jahren Ausbildung zu alt sein könne, hat er nicht: „In Deutschland werden viele Ärzte gesucht.“

Mit ihm haben an diesem Wochenende 29 weitere Studierende am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium das Abitur bestanden. Der Abiturdurchschnitt lag dabei mit der Note 2,45 über dem Durchschnitt der Tagesgymnasien (2,58) und der Gesamtschulen (2,84). Fragt man die Studierenden, nennen sie vor allem zwei Gründe hierfür: Mandy Wesseloh hebt die durchweg positiven Erfahrungen mit der Betreuung der Studierenden an der Schule hervor: In ausführlichen Beratungsgesprächen werde man individuell gemäß seiner Fähigkeiten eingestuft und im Unterricht von allen Lehrenden zielgerichtet auf die zentralen Abschlussprüfungen vorbereitet. Daneben hebt sie das positive Schulklima und die Lernatmosphäre hervor: „Es machte Spaß, zur Schule zu gehen.“ Als erwachsener ‚Schüler’ wisse man nun, dass man für sich selbst lerne und sei deshalb viel motivierter als früher in der Schule.

Frau Wesseloh möchte sich mit dem Abitur zunächst einmal „alle Türen offen halten“. Mit einem Abiturdurchschnitt von 1,4 hat sie sich die Möglichkeit hierzu eindrucksvoll verschafft. Da sie neben der Schule auch noch eine Ausbildung zur Fachinformatikerin machte, war ihre Zeit in den letzten Jahren fast vollständig verplant: ‚Freizeitaktivität’ war es dann oft, sich noch einmal in Lerngruppen auf Klausuren vorzubereiten.

Doch bei aller schulischen Belastung hebt sie ganz wie Markus Hoffmann hervor, dass es eine erfüllte Zeit war: „Es ging in der Schule ja nicht nur um Fachwissen. Es war auch und vor allem eine ‚Schulung des Intellekts’. Das ist es, was Bildung ausmachen sollte: Mündig zu werden, die Dinge, die einem von anderen präsentiert werden, eigenständig durchleuchten zu können.“ In diesem Zusammenhang nennt Markus Hoffmann vor allem das Fach Philosophie. Schon früher habe er sich in seiner Freizeit intensiv mit asiatischer Kampfkunst und fernöstlicher Philosophie befasst. Die Konfrontation mit der abendländischen Philosophie habe nun sein Interesse so sehr geweckt, dass er dies durch ein Zweitstudium des Fachs Philosophie weiterhin verfolgen will. Auch hieran zeigt sich, dass das Abitur im Zweiten Bildungsweg nicht nur bessere Berufsmöglichkeiten eröffnet: Es bereichert auch die eigene Persönlichkeit.


 

Zur Information: Die neuen Kurse am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium beginnen am 31.01.2011
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Infoabend am 13. Januar 2011 Uhr in der Aula!

Abitur im Wintersemester 2009/10

Bild oben: V. l. n. r.: Frau Schmidtmann, Frau Strauß, Frau Petric, Frau Krusche, Herr Tanz

Am Freitag, dem 18. Dezember 2009 haben wir 40 Studierende mit dem Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife von unserer Schule verabschiedet. Alle haben die Prüfung bestanden; insgesamt ist der Zensurendurchschnitt der Abiturklasse auch im Vergleich zu anderen Schulformen als deutlich überdurchschnittlich zu bezeichnen.
Wir gratulieren unseren Abiturienten zur bestandenen Prüfung und wünschen Ihnen Gottes Segen und viel Erfolg auf ihrem Lebensweg.

„Eigentlich kann ich mehr“

Michael Tanz ist 27 Jahre alt und arbeitet als Lokführer bei der Deutschen Bahn. Seit wenigen Tagen kann er stolz sein Abiturzeugnis präsentieren. Auf dieses Ziel hat er, der gebürtig aus Thüringen kommt und vor einigen Jahren ins Ruhrgebiet zog, die letzten drei Jahre konsequent hingearbeitet: „Vor einigen Jahren kam ich an einen Punkt, an dem ich erkannte, dass ich eigent-lich mehr kann als das, was ich derzeit mache.“ Ein bloßes Weitermachen, so empfand es der Lokführer, hätte für ihn selbst „Stillstand“ bedeutet: „Ich habe von meinem Beruf und meinem Leben mehr erwartet“. Der Zweite Bildungsweg bot ihm die Möglichkeit, dies auch realisieren zu können. Denn auch der Schichtdienst bei der Deutschen Bahn ließ sich mit dem Schulbesuch vereinbaren. Als eines von nur wenigen Abendgymnasien in Deutschland bietet das Nikolaus-Groß-Abendgymnasium in Essen Unterricht im Schichtsystem an: Michael Tanz konnte sich so aussuchen, ob er den Unterricht vormittags oder abends besuchte – der vermittelte Stoff war der gleiche. Und da er auch von seinem Arbeitgeber in dem Vorhaben, das Abitur nachzuholen, un-terstützt wurde, ließ sich der Beruf und das Drücken der Schulbank miteinander vereinbaren.

Viele, die aus unterschiedlichsten Gründen ihre vorherige Schulkarriere nicht erfolgreich been-den konnten, haben am Weiterbildungskolleg des Bistums Essen die Chance, einen Abschluss entsprechend ihrer wirklichen Fähigkeiten zu machen. Und können sich so neue Ziele im Leben setzen: Michael Tanz will ab Oktober ein Studium der Verkehrtechnik in Dresden beginnen.

Mit Michael Tanz haben insgesamt 40 Studierende in diesem Winter das Abitur am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium bestanden. Der Abiturdurchschnitt lag dabei mit der Note 2,28 über dem Durchschnitt der Tagesgymnasien (2,58) , der Gesamtschulen (2,84), der beruflichen Gymnasien (2,67 ) und der anderen Weiterbildungskollegs (2,50) im Jahr 2009. Dies führen zwei weitere Studierende, die mit Herrn Tanz jetzt Abitur machten, vor allem auf folgende Gründe zurück: Tanja Krusche hebt hervor, dass sie mit jetzt 23 Jahren nach einer Ausbildung zur Friseurin nun eine andere Einstellung zu Schule und zum Lernen habe: „Damals war man noch nicht reif ge-nug, um ein so gutes Abitur zu machen.“ Schon während der Lehre fasste sie den Entschluss, aus dem „Knochenjob“ des Friseurhandwerks auszusteigen – und nur einen Monat nach Ausbil-dungsbeginn begann sie ihre zweite Schullaufbahn. Nach den drei Jahren am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium möchte sie nun ebenfalls studieren, und orientiert sich derzeit in Richtung Erziehungswissenschaften, Psychologie oder Lehramt.

Einen zweiten Grund für das positive Abschneiden sieht Barbara Strauß, die mit 43 Jahren einer anderen Generation angehört, in dem positiven Schulklima. Im Gegensatz zu den häufigen Kon-flikten an Tagesschulen sei der Umgang mit den Lehrern und Mitschülern am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium viel entspannter gewesen. In seiner Abiturrede als Jahrgangsstufensprecher würdigt auch Michael Tanz die Leistung der Lehrer, die morgens und abends zur Schule kämen. Sie hätten alle Studierenden individuell gefördert und so „das Bestmögliche aus uns herausge-holt“. Auch Frau Schmidtmann und Frau Petric sehen sich ihrem Traum des Studiums, der bei Frau Schmidtmann sogar auf einen Kindheitstraum gegründet ist, als die gebürtige Innsbruckerin in der Schule in einer Hänsel und Gretel Aufführung mitwirkte, ein Stück näher. Sie möchte jetzt Dramaturgie studieren.

Neben den geistigen Inhalten, die sie sich erarbeiten konnten, sehen viele Studierende auch, dass das positive Miteinander und die vermittelten Werte zu ihrer Persönlichkeitsentwicklung beigetragen. Hierzu zählen auch zahlreiche Freundschaften, die im Verlauf der Schule ge-knüpft wurden und die die Studierenden auch nach dem Abitur aufrechterhalten wollen.


 

Zur Information: Die neuen Kurse am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium beginnen am 01.02.2009
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Infoabend am 14.1.2010 um 19.30 Uhr in der Aula!

Abiturzeugnis unter dem Weihnachtsbaum

Zentralabitur am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium erfolgreich absolviert

Die zentralen Abiturprüfungen haben die 48 Abiturientinnen und Abiturienten des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums erfolgreich abgelegt und am Freitag, 12.12.2008, ihren Abschluss gefeiert – mit einem Gesamtdurchschnitt von 2,54, der noch unter dem der Tagesgymnasien vom Mai 2008 (2,59) liegt.

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr – die Abiturprüfungen an den Schulen des zweiten Bildungsweges finden sowohl im Sommer als auch im Winter statt -zeigt die erfolgreiche Teilnahme der Lehrenden und Lernenden an den zentralen Prüfungsverfahren in eindrucksvoller Weise die Qualität der schulischen Arbeit am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium. Unter ungleich schwierigeren Voraussetzungen eines berufsbegleitenden Unterrichts zeigte sich die Gleichwertigkeit der Abschlüsse der Schulen des zweiten Bildungsweges und des ersten Bildungsweges in den Prüfungen im Zentralabitur.

Für die Abiturientinnen und Abiturienten des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums bedeutet das Abiturzeugnis die Bestätigung Ihrer Leistungen und die Chance, durch ein Hochschulstudium ein Ziel zu verwirklichen, das sie zunächst weit entfernt glaubten. Stellvertretend für das gesamte Abitursemester wurden am Abend der Abiturfeier einige Abiturientinnen und Abiturienten interviewt.

Ladies first: Eine der Abiturientinnen, Melanie Bitter (24) verließ mit dem Abschluss der 9. Klasse das Tagesgymnasium, wurde dann medizinische Fachangestellte und besuchte seit 2005 das Abendgymnasium. Sie war zwar mit ihrem Job zufrieden, „wollte aber etwas bewegen und immer schon das Abi machen“. Jetzt möchte sie ein Studium im medizinischen Bereich beginnen – allerdings erst in einem Jahr: Zunächst freuen sie und ihr Mann sich auf die Geburt ihres ersten Kindes im Februar 2009. Hochschwanger hat sie die Abiturprüfungen erfolgreich mit einem Schnitt von 1,5 abgelegt! Besonders positiv bewertet sie die Möglichkeit der zeitlich flexiblen Teilnahme am Unterricht, die es ihr ermöglicht hat, zunächst einem Vollzeitjob nachzugehen und während ihrer Schwangerschaft in Teilzeit zu arbeiten und zusätzlich die Schule zu besuchen. Auch Michaele Gehrmann (40) bestätigt, dass es ein „erhabenes Gefühl“ sei, das Abiturzeugnis in der Hand zu halten. Als sie in der 8. Klasse des Tagesgymnasiums war, beschloss ihre Mutter, sie zur Hauptschule zu schicken, was sie negativ bewertet. Durch das nachträgliche Erreichen des Abiturs kann sie jetzt ihren Wunsch, Literaturgeschichte und Kunstgeschichte zu studieren, verwirklichen. Der Weg dorthin war nicht immer leicht. Sie arbeitet als Vollzeitkraft im Hotelbetrieb und hat außerdem 2 pubertierende Kinder (12,5 und 10,5 Jahre alt). „Zwischen Verstärker und Posaune lernte ich für die Bioklausur“, erinnert sie sich und sieht der Verwirklichung ihres Berufswunsches der Lektorin positiv entgegen: „Wenn ich das hier geschafft habe, schaffe ich das auch noch.“ Das Bewusstsein, eine besondere Leistung vollbracht zu haben, prägt alle Studierenden des Abiturjahrgangs. So auch Angelika Ulfat, mit 52 Jahren die älteste Studierende des Kurses. Zu Beginn dachte sie, man würde sie schon nach einer Woche nach Hause zurückschicken – weit gefehlt. Sie lernte zusammen mit anderen Studierenden, die im Durchschnitt das Alter ihrer Kinder hatten (ihre älteste Tochter ist 26) und schloss den Schulbesuch als eine der Besten mit 1,3 ab. Ihre Familie steht immer an erster Stelle – aber wenn man das Lernen bisher organisieren konnte, dürfte das nächste Ziel, das Studium der Religionswissenschaften und die Arbeit im christlich-islamischen Dialog, auch erreichbar sein, so hofft sie – was durch die bisherige Leistung sicherlich bestätigt wird. Ein Abiturient im Alter ihrer Kinder ist Thomas Metz (24), der Japanologie und Philosophie studieren und in 10 Jahren unbedingt einmal Einsicht in seine jetzigen Abiturklausuren nehmen möchte, von deren Ergebnis er ganz begeistert ist. Auch Matthias Jakob (32), dessen zweijähriger Sohn bei der Abiturfeier kurz dabei sein durfte, stellt das Angebot des zeitlich flexiblen Lernens und die besondere Unterstützung durch die Lehrer besonders hervor. Er strebt das Studium der Religionswissenschaften und Kommunikationswissenschaften an, mit der späteren Möglichkeit im journalistischen Bereich zu arbeiten. Zwei der Abiturienten standen noch unter einer besonderen Belastung, da sie vor dem Ablegen der Abiturprüfung bereits mit einem Studium angefangen hatten. Bartosz Adalbert Janas (27) ist seit Oktober Vollzeitstudent im Bereich Nano-Engineering und empfand die letzte Zeit bis zum Abitur in Kombination mit dem Studium doch als sehr stressig, den erhofften Notendurchschnitt von 1,0 hat er mit 1,3 zwar knapp verfehlt – aber die Leistung muss man erst einmal erbringen! Besonders positiv empfand er die Möglichkeit der flexiblen Zeiteinteilung – „zum Beispiel wenn man mal verschlafen hatte“. Stefan Loots (40), der zunächst die Hauptschule besuchte und eine Lehre als Elektriker machte, dann als Leiter einer EDV-Abteilung arbeitete, studiert bereits seit 2006 – nach dem Erreichen der Fachhochschulreife am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium – Physik und machte gleichzeitig das Abitur. Zeitweilig sah es so aus, als wenn das aufgrund der starken dreifachen Belastung durch eine selbstständige Tätigkeit, das Studium und den Schulbesuch zu stressig wurde, „aber es hat sich gelohnt“, so Herr Loots, der glücklich über seinen Abiturschnitt von 2,7 ist. Zusammen mit seiner Frau Melanie (26) besuchte er die Schule und machte gemeinsam mit ihr das Abitur. Die gegenseitige Unterstützung und die Unterstützung durch die Lehrer und Mitstudierenden waren beiden in dieser Zeit sehr wichtig. Die Äußerungen und Kommentare der Abiturientinnen und Abiturienten bestätigen, was der Leiter des Abendgymnasiums, Herr Bernhard Nadorf, in seiner Abiturrede ausdrückte. Alle haben eine Botschaft der Ermutigung erhalten und können ihre persönlichen Ziele realisieren ebenso wie die Werte, die sie an dieser Schule empfangen haben: Verantwortung zu übernehmen in Kirche und Gesellschaft.

Alle Lehrenden wünschen den Abiturienten, dass sie ihre Ziele verwirklichen können, sich ebenso wie die Lehrenden gerne an die Zeit am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium zurückerinnern und den Kontakt aufrecht erhalten.

Wir hören oder lesen gerne etwas von den weiteren Herausforderungen in Ihrem Leben und hoffen, Sie alle spätestens auf dem nächsten Schulfest zum 50 -jährigen Schuljubiläum am 2. Oktober wieder zu sehen.

Angelika Hover
(Lehrerin des LK Deutsch, zusammen mit Frau Mergen Kursleiterin des Abitursemesters)