Gottesdienst an Allerseelen

gottesdienst-nov-2016Nach der Pause am 01. November nutzte das Nikolaus-Groß-Abendgymnasium den katholischen Feiertag Allerseelen, um einen Wortgottesdienst zu feiern, der den Umgang mit toten Angehörigen thematisierte. Ein großer Dank gilt dem evangelische Religionskurs des ersten Semesters, der diesen Gottesdienst vorbereitete und immer wieder Denkanstöße in die Versammlung der Gottesdienstbesucher einbrachte.

 

Der Schulseelsorger Michael Schwarzer begrüßte die Anwesenden zunächst, indem er auf die Geschichte des Feiertags Allerseelen einging. Abt Odilo von Cluny führte diesen Gedenktag in seiner Gemeinde ein. Während der Tag damals in der Osterzeit begangen wurde, wurde dieser später für die ganze katholischen Kirche übernommen, um den Verstorbenen zu gedenken.

 

Im Vorfeld hat das erste Semester Gedanken zum Zitat Bertold Brechts verfasst, wonach ein Mensch erst Tod sei, wenn er vergessen werde. Aus christlicher Sicht greife diese Ansicht des Atheisten Brecht zu kurz, doch stimmte der Kurs der Aussage insofern zu, als dass die Gläubigen darauf hoffen, dass Gott sie nie vergisst.

In seiner Predigt bat Michael Schwarzer darum, sich einem Gedankenexperiment zu öffnen, wie es wäre, wenn niemand sterben müsse. Einerseits sei es eine tröstliche Vorstellung, denn man bräuchte keine endgültigen Abschiede mehr zu erleben, andererseits verlöre das Leben dadurch an Kostbarkeit. Er betonte, dass der Tod, der uns zumeist als grausam erscheine, das Abwerfen des menschlichen Körpers sei, und die Gläubigen in der Hoffnung leben, dass sie an der Seite Gottes das ewige Leben ohne Sorgen und Schmerz erwarten.

Die Studierenden trugen selbst erstellte Fürbitten und das Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse vor. Zum Abschluss verteilten sie selbst gebastelte Samenbomben, die eingepflanzt werden sollen, um den Anfang, dem laut des Gedichts ein Zauber inne wohnt, selbst zu erleben.

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