Erstes Zentralabitur am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium erfolgreich absolviert

Die ersten zentralen Abiturprüfungen haben die Abiturientinnen und Abiturienten des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums ohne große Aufregungen erfolgreich abgelegt und am Freitag, 6.6.2008, ihren Abschluss gefeiert – gerade rechtzeitig, um sich in die nächste Meisterschaft zu stürzen: die Fußball-Europameisterschaft. So wurden die Reste des Abiturbuffets auch bei dem Treffen am Samstag gemeinsam vor dem Fernseher verzehrt.

In der Geschichte des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums, dem Weiterbildungskolleg des Bistums Essen, das im nächsten Jahr das 50jährige Schuljubiläum feiern wird, bedeutet die diesjährige erstmalige Teilnahme an dem zentralen Prüfungsverfahren einen historischen Einschnitt, da die erfolgreiche Teilnahme der Lehrenden und Lernenden an diesem Verfahren in eindrucksvoller Weise die Qualität der schulischen Arbeit am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium bestätigt. Unter ungleich schwierigeren Voraussetzungen eines berufsbegleitenden Unterrichts wurden gleichwertige Ergebnisse erzielt – der Durchschnitt der Abiturnoten liegt auf dem gleichen Niveau der Abiturnoten wie das der Tagesgymnasien in Nordrhein-Westafeln im Jahr 2007, die Prüfungsaufgaben in den einzelnen Fächern waren identisch mit den Prüfungsaufgaben an den Tagesgymnasien. Das bundesweit einmalige, zeitlich flexible Bildungsangebot – der Unterricht kann wahlweise im täglichen Wechsel von 8.15 – 12.15Uhr oder von 17.30 – 21.30 Uhr besucht werden – eröffnet Berufstätigen, Familienmüttern – und vätern und Arbeitsuchenden eine zweite Chance, das Abitur oder Fachabitur nachzuholen.

Diese zweite Chance nutzten auch Dorothee Günther (49; kaufmännische Angestellte) und Denise Thelen (30; zahnmedizinische Fachassistentin), die beide seit dem Vorkurs die Schule berufsbegleitend besucht haben. Nach einem sechsstündigen Arbeitstag in einem Studio für Werbefotografie und einem achtstündigen Arbeitstag in der Zahnarztpraxis brachten beide zusammen mit ihren Mitstudierenden die Motivation auf, dreieinhalb Jahre lang die Schulbank zu drücken. Die Idee dazu kam für Frau Günther von einer Freundin, die vor 25 Jahren das Abitur am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium abgelegt hatte. Sie begleitete die Freundin zu einem Theaterbesuch mit deren damaliger Klasse, bei dem sie auch den jetzigen Schulleiter, Herrn Nadorf, kennenlernte. Damals arbeitete sie noch 10 bis 12 Stunden am Tag und die Idee, es ihrer Freundin gleichzutun, kam natürlich noch nicht auf. Als sie dann gezwungen war, die Stundenzahl zu reduzieren, suchte sie einen Ausgleich – und fand ihn im schulischen Lernen. Auch als die Stundenzahl wieder erhöht wurde, ist sie trotzdem am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium geblieben. Schritt für Schritt verfolgte sie ihr Ziel in kleinen Schritten von Semester zu Semester. „Und plötzlich war ich im 4. Semester. Die ersten Semester gingen ruck-zuck. Ohne die Unterstützung meines Mannes, der immer für mich gekocht hat und darauf achtete, dass ich nicht ohne zu essen in die Schule ging, hätte ich es nicht geschafft.“, so Frau Günther. Auch Frau Thelen bestätigt, dass die Unterstützung durch die Familie und Freunde besonders wichtig ist, um die Motivation zum Schulbesuch täglich aufzubringen. Ihr Onkel, der ebenfalls das Nikolaus-Groß-Abendgymnasium besucht hat und eine Mitarbeiterin in der Zahnarztpraxis, die ihr Abitur auf dem Zweiten Bildungsweg machte, gaben für sie den Anstoß, sich am Abendgymnasium anzumelden, um beruflich weiter zu kommen. An Aufgeben hat sie nie gedacht. „Wenn ich einmal etwas angefangen habe, bringe ich es auch zu Ende.“ , so Frau Thelens Motto. Beide sind sich darin einig, dass sie eine schöne Zeit am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium verbracht, viel erlebt und viel gelernt haben – und jetzt froh sind, dass sie es geschafft haben. Dank der guten Vorbereitung durch die Lehrer, so heben beide hervor, der Übereinstimmung der Unterrichtsinhalte mit den Prüfungsaufgaben war das Abitur kein Problem. Sie habe am Abendgymnasium eine „halbe Familie“ gefunden, so Frau Günther, oder , eine „Ersatzfamile“ bestätigt Frau Thelen und beide gehen mit einem lachendem und einem weinenden Auge – die nächsten Ziele schon vor Augen. Frau Thelen will Zahnmedizin studieren, Frau Günther hat für die allernächste Zukunft noch keine Pläne, will aber spätestens studieren, wenn sie pensioniert ist. „Etwas, was Spaß macht. Germanistik, Kunstgeschichte, Geschichte oder Jura.“ Ein lebenslanges Lernen wird hier gelebt – oder um es mit Frau Thelens Worten auszudrücken: „Wissen ist Macht, und Lernen ist sowieso nicht verkehrt.“ So vielfältig wie diese Zukunftspläne, so vielfältig sind auch die Persönlichkeiten und Werdegänge der Studierenden und jetzigen Abiturientinnen und Abiturienten am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium.

Dorothee Günther (links) und Denise Thelen

Dorothee Günther (links) und Denise Thelen

„Homo HAbilis 2008 – Vom Primaten zur Elite“, so lautete das Abiturmotto des jetzigen Abiturjahrgangs.

Nach einem persönlichen Motto befragt, kam die Antwort der beiden Interviewten – generationsübergreifend – sehr schnell und einstimmig: „Carpe Diem!“

In diesem Sinne schließen sich alle Lehrenden des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums an: Mögen alle ihre Chancen nutzen und viele schöne Tage verleben!

Herzlichen Glückwunsch und Auf Wiedersehen am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium!

A. Hover (Lehrerin des GK Englisch, Leitung der AG Öffentlichkeitsarbeit)


 

Neue Kurse am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium beginnen am 11.8.2008.

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