Petra Rohrberg

Feedback vom 30. Juni 2005 von Petra Rohrberg, Abiturientin von 2005. Petra Rohrberg wendet sich direkt an die aktuellen Studierenden:

Die Lehrer hatten uns gebeten unsere Erfahrungen an euch weiterzugeben. Das will ich gerne tun. Mittlerweile darf ich mich Abiturientin nennen, denn wir haben soeben unser Abitur abgeschlossen. Ich gehöre zu denen, die mit Anfang Vierzig den Versuch gestartet haben und ich habe aufgrund meines Hauptschulabschlusses auf dem ersten Bildungsweg, hier im Vorkurs angefangen. Das heißt konkret, dreieinhalb Jahre NGA.

Wenn man 25 Jahre lang keine Schule mehr von innen gesehen hat, außer als Elternteil, kommt einem die Situation zunächst ein wenig irreal vor. Mit meinen Kindern habe ich nachmittags bei den Hausaufgaben gesessen und wir haben uns gegenseitig abgehört.

Das war aber nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt möglich, denn am NGA ist man schneller im nächsten Semester als die Kinder im nächsten Schuljahr. So musste ich dann irgendwann „alleine“ weiter machen. Mit alleine meine ich natürlich ohne die Kinder, dafür mit den entsprechenden Lerngruppen, die sich nach und nach gebildet hatten. Solche Lerngruppen sind das „non plus ultra“, denn nicht nur, dass man sich gegenseitig weiterhelfen kann, man lernt ungemein dadurch, dass man den Anderen etwas erklärt. Wir haben es zur Abiturvorbereitung so gemacht, dass reihum jeder den Anderen etwas erklärt hat, und wenn etwas Falsches dabei war, wurde es sofort berichtigt. Das ist eine gute Übung, vor allem auch in der Vorbereitung für die mündliche Prüfung, denn wenn man schon mal mit den vertrauten Kollegen geübt hat, fällt es vor dem Abiturausschuss nicht mehr ganz so schwer.

Falls ihr an einer Stelle mal nicht weiterkommt, fragt die Lehrer. Auch wenn sie in der Abi-vorbereitung mitunter viel Stress haben, so sind sie doch immer ansprechbar für eure Fragen.

Von Vorteil ist es auch, wenn man sich zu den Wiederholungen im Abitur ein wenig vorbereitet hat und sich einbringen kann. Dann sieht man am besten, wie viel man selber schon verstanden hat und kann im Unterricht konkreter nachfragen, und es ist nicht gar so chaotisch, weil jeder in Hektik verfällt, weil er glaubt, er habe das ALLES noch nie gehört.

Für diejenigen, die nebenbei J noch einen Beruf haben, ist die ganze Sache natürlich schwieriger, denn die Zeit ist mitunter sehr knapp. Neben Beruf, Familie und Haushalt auch noch die Schule unterzubringen, ist schon eine logistische Leistung. Das Lernen ist ja sehr individuell und ich kann hier nur von mir selbst sprechen, aber es ist sehr von Vorteil, nicht erst auf den letzten Drücker anzufangen. Das verursacht dann wirklich Stress und das ist vermeidbar. Es reicht schon aus, sich vielleicht einmal pro Woche zu treffen und sich dann jeweils ein Fach auszusuchen, das gelernt wird. Das hilft sehr, um gegen das Gefühl „das ist alles viel zu viel“ anzukämpfen J

Nun, ich habe gut lachen, ich bin fertig. Aber die Erinnerung ist noch sehr frisch und ich bin gedanklich noch im Schulbetrieb. Alles in allem blicke ich auf eine sehr schöne Schulzeit zurück, mit Höhen und Tiefen, wie es sich gehört.

Unsere Lehrer waren immer ansprechbar für uns und ich kann mich in dem Punkt nur wiederholen, fragt sie, wenn ihr mal nicht weiterkommt, egal aus welchen Gründen. Sie werden versuchen, mit euch gemeinsam Lösungen zu finden.

Für mich heißt es jetzt nach dreieinhalb Jahren Schule noch einmal etwas Neues anzugehen und die vergangenen Jahre werden mir helfen, mein neu erworbenes Wissen unter die Leute zu bringen.

Euch allen viel Erfolg auf euren SchulWegen und das nötige Durchhaltevermögen, wünscht euch als „Altschülerin“