Hans-Jürgen Grubert

Feedback vom 31. August 2011 von Hans-Jürgen Grubert, Abiturient von 1989:

Abschluss 1989…

ein Jahrgang bei dem ALLE Aspiranten auch das Abiturzeugnis bestanden haben. Warum?? Sicherlich wegen der Mühen der Dozenten, doch nicht zuletzt wegen des Zusammenhaltes. Fehlte mal einer an mehreren Tagen haben wir nachgefragt, geholfen. Weder Todesfälle in der eigenen Familie, im Lehrkörper, oder Unfälle/Todesfälle im Mitstudierendenbereich konnten uns letztlich etwas anhaben, noch Ziel entfernen.

Hing mal jemand durch, hat man gequatscht. Fehlte Wissen fand man sich zu Lerngruppen zusammen oder fragte die Lehrer ob es nicht Nachhilfe geben könne. Das viel gestresste Wort und der Gedanke „Team“ haben letztlich bei allen einen Zugang gefunden. Das ging selbst bis zu den Prüfungen. Ich erinnere mich an einen Prüfling zur mündlichen Nachprüfung, mit dem noch vor der Tür zum Prüfzimmer geredet wurde, wie mit dem sprichwörtlich „kranken Pferd“ und er hat es geschafft.

Lasst niemanden allein, in der Gemeinschaft, der Gruppe schafft ihr das. „Zu alt“ gilt nicht. Unsere Klasse war ein bunt gemischter Haufen zwischen zwischen 20 und 52 Jahren aus allen Gesellschaftschichten. Gebt keinen verloren, schon gar nicht Euch selbst.

Ich selbst habe mit 30 Jahren im VK1 angefangen. Hauptschulabschluss. Latein?? Fehlanzeige, Mathematik…naja, Physik/Chemie (schweigen wir lieber). Und dann diese „lange Zeit“ bis zum Abitur! Macht kleine Schritte daraus, freut euch über den Erfolg nach jedem Semester. Genießt die Zeit in der Schule. Seit Freunde eurer Mitstudierenden!

Später werdet ihr mit Wehmut an diese Zeit zurückdenken. Und dann doch endlich geschafft.. die Abiturprüfung; mit allen Streichen und Scherzen eines „normalen Gymnasiums“ (Danke noch einmal dem damaligen Lehrkörper für das schmunzelde Hinnehmen der Streiche).

Ihr schafft Euch selber Möglichkeiten und Erinnerungen die Ihr nie mehr werdet missen wollen. Die Uni war (und wird wahrscheinlich auch für euch, die sie später besuchen werden) lange nicht von soviel Zusammenhalt geprägt.

Ich kann nur sagen, sollte ich vor der gleichen Frage stehen wie damals, ich würde es wieder tun und zwar wieder hier (am BAG wie es damals hieß, NGA wie es heute heißt).

Allen Studierenden wünsche ich Mut sowie soziales, christliches, Bewusstsein; allen Lehrenden soviel Geduld wie sie es mit uns damals hatten.

Jena, 31.08.2011