Es war insgesamt ein gutes Paket

Hilke Hilbers hat im vergangenen Jahr ihr Fachabitur nachgeholt. So weit, so normal ist dieser Vorgang an unserer Schule. Hilke Hilbers ist jedoch mit 74 einige Jahre älter als ihre Mitstudierenden gewesen. In einem Lebensabschnitt, in dem die wenigsten daran denken, noch einmal in die Schule zu gehen, entschied sie sich dafür, sich  einen lang gehegten Traum zu erfüllen: „Das war ein weiterer Traum, den ich immer im Hinterkopf hatte. Zu meiner Schulzeit stimmten in allen Fächern außer Mathe trotz meiner Faulheit die Noten zu jeder Zeit. Deswegen wusste ich, dass ich es schaffen könnte.“

Anpassungsschwierigkeiten hatte Hilke Hilbers dabei nicht. Mit viel Humor und Herz fand sie sich sofort am Abendgymnasium zurecht, wie sie selbst beschreibt: „Ich habe die Schulzeit nie als anstrengend empfunden, selbst zuletzt nicht. Ich wollte es unbedingt schaffen und habe auch durch die Lehrer die Rückmeldung und Bestätigung bekommen, dass ich es schaffen kann. Auch die jüngeren Mitschüler waren überwiegend positiv eingestellt, sodass ich auch da einen großen Rückhalt hatte.“

Mit einer großen Motivation durchlief Hilke Hilbers die Klausuren und Herausforderungen des Schulalltags. Dabei konnte sie auf eine enorme Lebenserfahrung zurückgreifen, da sie schon in jungen Jahren die Chance auf Auslandsaufenthalte in Frankreich und England ergriffen hat und neben ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter in verschiedenen Bereichen gearbeitet hat. Damals erfüllte sie sich ihren ersten Traum: „Mit dreißig Jahren bin ich auf die Schrammek-Kosmetikschule in Essen gegangen und habe das gemacht. Diesen Beruf habe ich vierzig Jahre lang mit viel Freude und Herzblut ausgeübt.“

Berührungsängste hatte Hilke Hilbers dabei nie und so verbindet sie mit vielen Studierenden eine Freundschaft auch über die Schulzeit hinaus: „Zwei Studierende waren nach der Zeugnisausgabe im Januar bei mir zum Waffelessen und wir haben bis zum späten Nachmittag geklönt. Eine andere Studierende wohnt um die Ecke und wir stehen in gutem Kontakt.“ Sie will den Kontakt zur Schule nicht abreißen lassen und ist deswegen auch in den Förderverein des Abendgymnasiums eingetreten.

Rückblickend sieht Hilke Hilbers ihre Zeit am Abendgymnasium als großen Gewinn an: „Es ist eine unheimlich reiche Zeit in meinem Leben gewesen, die sich aus vielen Facetten zusammengesetzt hat.“ Mit dem Fachabitur ist bei Hilke Hilbers jedoch nicht das Ende der Bildungsangebote erreicht. Auch in Zukunft will sie sich Angeboten der Universität Duisburg-Essen widmen: „Wenn es möglich ist, würde ich gerne Veranstaltungen in Geschichte und Germanistik besuchen.“

Das Nikolaus-Groß-Abendgymnasium beglückwünscht Frau Hilbers zu ihrem Abschluss und wünscht ihr Gesundheit und viele weitere reiche Momente bei den anstehenden Unterrichtsangeboten.

 

Das ganze Gespräch können Sie im folgenden Verlauf lesen:

 

 

 

 

 

 

 

Nikolaus-Groß-Abendgymnasium (NGA): Wie sind Sie auf die Idee gekommen, das Abitur am Abendgymnasium nachzuholen?

Hilke Hilbers: Die Idee verfolgte mich schon seit ich Anfang fünfzig war. Damals war mein Mann nicht einverstanden, womit er auch Recht hatte. Wir hatten viele private Termine und wir sind oft verreist, sodass die Schule damals nicht in mein Leben gepasst hätte. Damals war ich aber wütend und habe alle alten Zeugnisse weggeworfen.

Nach meinem zweiten Umzug kam jedoch die große Leere und ich bin in ein schwarzes Loch gefallen. Da ist mir die Idee wieder in den Kopf gekommen.

 

NGA: Wie sind Sie auf das Nikolaus-Groß-Abendgymnasium gekommen?

Hilke Hilbers: Ich habe dann direkt im Internet recherchiert, wo man das Abitur nachholen kann, und habe mich dann sofort am Abendgymnasium beworben.

 

NGA: Warum haben Sie weder Fachabitur noch Abitur auf dem ersten Bildungsweg abgelegt?

Hilke Hilbers: Mein Vater war schwer krank, als ich jung war. In dieser Zeit war auch meine Mutter überfordert, sodass ich ihr geholfen habe. Es kommt ehrlicherweise dazu, dass ich ein faules Kind war und schon immer Schwierigkeiten in Mathematik hatte. Als mein Vater starb war ich 17 und in der Unterprima. Ich hatte dann keine Lust mehr, habe alles hingeschmissen und wollte einen Beruf mit Fremdsprachen ergreifen. Meine Mutter hat mich dann schweren Herzens – ich war damals nicht einmal großjährig – ein Jahr nach England und ein Jahr nach Frankreich gehen lassen. Dort habe ich Sprachdiplome gemacht.

Ich hatte vor allen Dingen wegen Mathe keine Lust mehr. Ich war schon in jungen Jahren sehr kommunikativ und habe stets meine Meinung gesagt. Meine Lehrerin konnte mit dieser Art damals nichts anfangen. Hinzu kam, dass ich in Mathe auch nicht gut war. Meine Mutter hatte in dieser schwierigen Zeit ebenfalls nicht genug Kraft, mich in der Schule zu fördern. Probleme wie Dyskalkulie waren damals auch noch nicht bekannt. Ich glaube heute, dass ich mit der entsprechenden Förderung durchaus besser in Mathe hätte abschneiden können.

 

NGA: Heute sind Auslandsaufenthalte nicht mehr außergewöhnlich. Zu Ihrer Zeit, könnte ich mir vorstellen, dass es schon besonders war…

Hilke Hilbers: …auf jeden Fall! Damals haben alle Kopf gestanden, als sie von meinen Plänen gehört haben. Es war spannend, einfach eine tolle Zeit. Ich habe mit beiden Familien, die mich aufgenommen haben, großes Glück gehabt.

In der englischen Familie war sie Opernsängerin und er erster Oboist in der Covent Garden Opera. Sie hatten eine Dreijährige, die ich beaufsichtigen sollte, wenn sie zur Probe oder zu Aufführungen gingen. Ich habe damals sehr für das Ballett geschwärmt und die beiden haben mir Karten für Aufführungen mit weltberühmten Tänzern wie Margot Fonteyn oder Rudolf Nurejew besorgt. Damals war ein großes Schneechaos in Hamburg in den Nachrichten. Diese Schneemassen hatten wir in England auch. Der Hausherr hat damals jeden Morgen an den Rohren heißes Wasser herunter laufen lassen, damit wir überhaupt Wasser bekommen konnten. Es war ein besonderes Jahr für mich.

 

NGA: Was haben Sie in Frankreich erlebt?

Hilke Hilbers: Dort war ich in einer adeligen Familie, sie entstammte dem schweizer, er dem französischen Adel. Die beiden hatten ein sieben Jahre altes Mädchen und einen sechs Wochen alten Jungen. Mit dem Baby konnte Madame damals nicht umgehen (lacht) und so war sie froh, als ich dann kam. Ich hatte bei den Kindern meiner Schwester vorher üben können. Der Kleine hatte nach kurzer Zeit keinen wunden Po mehr und schrie nicht mehr, da war ich natürlich der Star in der Familie. (lacht)

Diese Menschen haben immer große Gesellschaften gegeben, da sie viele berühmte Menschen in Paris kannten. Da hieß es immer ‚Ilk’ – die Franzosen konnten das H ja nicht aussprechen – ‚Ilk, heute Abend bist Du Gast und morgen musst Du wieder spülen.’ Da durfte ich wirklich als Gast an den Gesellschaften teilnehmen. Sie hatten damals noch Diener und Köche, die die Gesellschaft durchgeführt haben. Ich musste nur sehen, dass ich die Kinder vorher ins Bett brachte. Das war super!

In beiden Fällen habe ich die Schule besucht. In London habe ich an einem der beiden großen Colleges studiert. In Frankreich war ich an der Alliance Francaises. Da habe ich meine Prüfungen abgelegt und Diplome bekommen.

 

NGA: In welchem Beruf haben Sie dann später gearbeitet.

Hilke Hilbers: Ich habe ganz viel gemacht. Zunächst habe ich geheiratet und zwei Kinder bekommen. Danach habe ich Geschirr verkauft, gedolmetscht, im amerikanischen Krankenhaus gearbeitet, ich habe alles gemacht, was kam. Mein Jugendtraum war aber, dass ich Kosmetikerin werden wollte. Mit dreißig Jahren bin ich auf die Schrammek-Kosmetikschule in Essen gegangen und habe das gemacht. Diesen Beruf habe ich vierzig Jahre lang mit viel Freude und Herzblut ausgeübt. Dieser Traum ist wahr geworden.

 

NGA: Sie sind schon jung sehr versiert in verschiedenen Fremdsprachen gewesen. Da überrascht es zunächst einmal, dass Ihr beruflicher Weg nicht in diesem Bereich lag.

Hilke Hilbers: Das hat mit früheren Entscheidungen zu tun. Schrammek war eine der ersten Kosmetikschulen Deutschlands und Frau Schrammek hatte ein unglaubliches Wissen. Sie wollte mich nach der Ausbildung zu einer großen Kosmetikfirma in München schicken. Ich habe sie damals schon bei Kursleitungen und hinterher bei der Schulleitung unterstützt. Zu dem Schritt habe ich mich nicht getraut.

 

NGA: Haben Sie damals schon daran gedacht, das Abitur nachzuholen?

Hilke Hilbers: Das war ein weiterer Traum, den ich immer im Hinterkopf hatte. Zu meiner Schulzeit stimmten in allen Fächern außer Mathe trotz meiner Faulheit die Noten zu jeder Zeit. Deswegen wusste ich, dass ich es schaffen könnte.

 

NGA: Dann kam irgendwann der Entschluss und Sie haben sich angemeldet. Wie haben Freunde und Familie reagiert, als Sie erzählten, dass Sie wieder in die Schule gehen?

Hilke Hilbers: Das war sehr unterschiedlich. Es gab durchaus welche, die meinten, ich hätte nicht mehr alle Tassen im Schrank. (lacht) Die fragten, warum ich mir auch diese Belastung noch aufhalse, immerhin habe ich damals noch gearbeitet. Von der überwiegenden Mehrheit habe ich sehr viel Zuspruch bekommen.

 

NGA: Als Sie dann angefangen haben und erfolgreich die Semester durchlaufen haben, wie war dann der Rückhalt in ihrem Umfeld?

Hilke Hilbers: Diejenigen, die es belächelt haben sind ruhig geworden und alle anderen fanden es toll, dass ich jeden morgen in der Schule saß und immer weiter kam. Da habe ich unheimlich viel Rückhalt gehabt. Ich selbst fand die Entscheidung aber gar nicht so ungewöhnlich. Es lag vielleicht daran, dass ich es unbedingt wollte. Es tat mir im Gegenteil gut, dass mein Tag so strukturiert war. Ein strukturierter Tag hat mir schon immer in den Wirren des Lebens Halt gegeben.

 

NGA: Sie haben im Vorkurs begonnen. War es am Anfang anstrengend, sich dort einzufinden?

Hilke Hilbers: Nein! Ich habe die Schulzeit nie als anstrengend empfunden, selbst zuletzt nicht. Ich wollte es unbedingt schaffen und habe auch durch die Lehrer die Rückmeldung und Bestätigung bekommen, dass ich es schaffen kann. Auch die jüngeren Mitschüler waren überwiegend positiv eingestellt, sodass ich auch da einen großen Rückhalt hatte. Ich hatte aber auch eine enorme Motivation, dass ich es schaffen wollte.

 

NGA: Wenn Sie sich an den ersten Schultag bei uns erinnern, wissen Sie noch, mit welchem Gefühl Sie zum Abendgymnasium gefahren sind?

Hilke Hilbers: Es war der 12. August 2015, das weiß ich noch. Ich bin mit Neugier und froher Erwartung zur Schule gefahren. Ich wollte wissen, was auf mich zukommt, und wie die anderen sind. Ich war sicher auch ein bisschen aufgeregt, aber nicht ängstlich. Ich war aber auch viel freier als alle anderen. Viele haben angefangen, weil sie ein Studium anfangen wollten, weil in der Familie alle anderen Akademiker waren oder weil sie es für eine Ausbildung brauchten. Das hatte ich alles nicht und hätte jederzeit aufhören können, wenn ich keine Lust mehr gehabt hätte. Ich habe die Schule aus Spaß gemacht.

 

NGA: Wie leicht ist es Ihnen gefallen, Kontakt zu den zumeist jüngeren Studierenden zu knüpfen?

Hilke Hilbers: Ich neige dazu, alles zu sagen, was ich denke und fühle. Da habe ich mich am Anfang schnell zurückgenommen, weil ich an manchen Stellen gemerkt habe, dass die Distanz zu einigen sehr jungen Leuten schon groß war. Es ist mir ansonsten sehr leicht gefallen, den Kontakt aufzubauen.

 

NGA: Hatten Sie aufgrund Ihrer Lebenserfahrung das Gefühl, eine andere Einstellung zur Schule als jüngere Studierende zu haben?

Hilke Hilbers: Das denke ich. Es gibt viele Studierende, die wirklich etwas erreichen wollen. Sie sind ehrgeizig, setzen sich enorm ein und sind ehrgeizig. Da war der Unterschied nicht so groß. Vereinzelt gab es Studierende, die an ihrem Handy daddelten, sich unterhielten oder mehrfach den Raum während des Unterrichts verließen. Im Vergleich zu diesen hatte ich eine ganz andere Einstellung.

 

NGA: Sie haben zwischendurch ein halbes Jahr aus gesundheitlichen Gründen aussetzen müssen. War von Beginn an klar, dass Sie wiederkommen, wenn es wieder geht?

Hilke Hilbers: Ich war froh, als es mir wieder besser ging, dass ich zu neuen Ufern streben konnte. Es war von Beginn an klar, dass ich zurückkomme und die Ausbildung beende.

 

NGA: Von da an kamen Sie in einen neuen Kurs. Fanden Sie sich auch dort von Beginn an gut zurecht?

Hilke Hilbers: Das hat sehr gut geklappt. Zwei Studierende haben mich sofort unter ihre Fittiche genommen, was sehr schön war. Kurz bevor ich wieder angefangen habe, saß ich in Rüttenscheid in einem Café, als plötzlich ein schickes Auto anhielt. Die Tür ging auf und ein ehemaliger Mitstudierender stieg aus und begrüßte mich. Als ich ihm erzählte, dass ich wieder anfangen würde, sagte er mir, dass ich in seine Klasse käme und dass es angenehm dort sein würde. So hatte ich gleich einen guten Einstieg.

 

NGA: Wenn Sie auf die Zeit am Abendgymnasium zurückblicken: wie hat Ihnen die Zeit gefallen.

Hilke Hilbers: Super! Es ist eine unheimlich reiche Zeit in meinem Leben gewesen, die sich aus vielen Facetten zusammengesetzt hat. Ich habe meinen Traum verfolgt, ich habe immer neue Dinge gelernt und ich war immer neugierig. Es hat mir großen Spaß gemacht im Deutschunterricht einen neuen Blick auf Literatur zu bekommen oder über frühere Ereignisse im Geschichtsunterricht zu sprechen. Das passte.

Mir imponiert die Vielfältigkeit des Angebots. Dass wir beispielsweise ein Wochenende auf der Wolfsburg verbringen konnten, um ein Bildungsangebot wahrzunehmen, fand ich toll von Seiten der Schule. Auch wenn ich nicht daran teilnehmen konnte, fand ich auch die jährliche Schulfahrt nach Winterberg großartig, an der jeder interessierte Studierende teilnehmen konnte.

Auf der anderen Seite war die gute Atmosphäre. Die Lehrerschaft begegnete mir freundlich und auch die Mitschüler behandelten mich toll. Es war insgesamt ein gutes Paket.

 

NGA: Der Zweite Bildungsweg ist nicht unumstritten, da er beispielsweise sehr teuer ist. Was würden Sie einem Politiker entgegnen, der die Notwendigkeit von Abendschulen nicht sieht?

Hilke Hilbers: Bildung ist ganz wichtig! Sie ist Stützpfeiler der Gesellschaft und der Demokratie. Das sollte man nicht von Geld abhängig machen. Man verschwendet so viel Geld für unnütze Bauten oder Brücken, die im Nichts enden. Bildung darf dagegen kosten und sollte sein.

 

NGA: Sind nach dem Fachabitur Kontakte zu Mitstudierenden bestehen geblieben?

Hilke Hilbers: Ja! Zwei Studierende waren nach der Zeugnisausgabe im Januar bei mir zum Waffelessen und wir haben bis zum späten Nachmittag geklönt. Eine andere Studierende wohnt um die Ecke und wir stehen in gutem Kontakt. Ich habe vorher nicht viele Berührungspunkte mit muslimischen Mitmenschen gehabt. Aber ich finde es sehr interessant, von ihr viel über ihre Kultur erzählt zu bekommen. Sie zeigt mir, dass es in erster Linie auf das Herz eines Menschen ankommt, was sie mir durch ihre liebevolle und verständnisvolle Art immer wieder zeigt. Zu den dreien habe ich noch einen engen Kontakt. Auch mit einer Studierenden aus dem vorherigen Semester treffe ich mich.

 

NGA: Das ist eine ganze Menge…

Hilke Hilbers: …Ich bin auch in den Förderverein der Schule eingetreten, um den Kontakt zu halten. Ich möchte das sehr gerne. Man kann mich auch jederzeit für Feiern oder sonstige Notlagen einbinden.

 

NGA: Haben Sie vor, den Bildungsweg weiter zu verfolgen?

Hilke Hilbers: Ich habe schon vor der Schule am lebenslangen Lernen Konzept der Uni Duisburg-Essen teilgenommen. Da finden Vorlesungen aus allen Fachbereichen für Senioren statt. Daneben gibt es Wanderungen und Zusammenkünfte. Da die Veranstaltungen immer an Montagen um 14 Uhr stattfanden, habe ich das während meiner Schulzeit vernachlässigt. Es war zu kurz, um nach Schulschluss nach Hause zu fahren. Die Zeit war jedoch zu lang, um sie in der Mensa zu vertrödeln. Da bin ich nach dem Fachabitur wieder häufiger hingegangen. Im neuen Semester werde ich da auf jeden Fall wieder regelmäßig teilnehmen. Wenn es mir gut geht, würde ich auch gerne bei regulären Veranstaltungen als Gasthörer dabei sein.

 

NGA: Gibt es einen bestimmten Fachbereich, der Sie am meisten interessiert?

Hilke Hilbers: Wenn es möglich ist, würde ich gerne Veranstaltungen in Geschichte und Germanistik besuchen. Ich will keinen Abschluss machen, sondern nur teilnehmen. Deswegen hoffe ich, dass das möglich ist.

Kooperation zwischen Nikolaus-Groß-Abendgymnasium und Volkshochschule Essen unterschrieben

Das Jahr 2019 ist das Jahr großer Jubiläen. Die Volkshochschule Essen feierte am vergangenen Sonntag ihr 100-jähriges Bestehen und auch das Nikolaus-Goß-Abendgymnasium sorgt seit nunmehr 60 Jahren dafür, dass Erwachsene das Abitur nachholen. Wegen der seit Jahren problemlos durchgeführten Zusammenarbeit der beiden Bildungseinrichtungen nutzten Michael Imberg, der Direktor der Volkshochschule Essen, und Jochen Suthe, der Schulleiter des Abendgymnasiums, das Jubiläum, um einen Kooperationsvertrag zu unterzeichnen.

„Dieser Schritt war längst überfällig“, sagte Michael Imberg, „hier wächst zusammen, was in der Essener Weiterbildungslandschaft zusammen gehört.“ Auch Jochen Suthe freute sich sichtlich über die gelungene Kooperation: „Diese Kooperation bringt für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der VHS sowie die Studierenden des Abendgymnasiums nur Vorteile, sodass ich froh bin, dass wir unsere Zusammenarbeit so ausweiten.

Der Kooperationsvertrag stellt zunächst einmal den Bildungsanschluss für die erfolgreichen Absolventen der Volkshochschule sicher. Das Abendgymnasium verpflichtet sich, diesen Einblicke in den Weg zum Abitur zu geben, indem es speziell auf die VHS abgestimmte Informationsveranstaltungen gibt und den Teilnehmern der VHS ermöglicht an Unterrichtstagen in den Schulalltag hineinzuschnuppern. Ziel soll es sein, dass möglichst viele Absolventen nach der mittleren Reife einen höheren Schulabschluss erwerben.

Die Volkshochschule unterstützt auch das Abendgymnasium. Einige Studierende benötigen noch Unterstützung beim Vertiefen ihrer deutschen Sprachkenntnisse, damit sie einen Abschluss erreichen können. Von Seiten der VHS geben Sprachlehrerinnen und Sprachlehrer regelmäßig stattfindende Sprachkurse in den Räumlichkeiten des Abendgymnasiums.

Bei den Studierenden des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums kommt die Kooperation sehr gut an. Paul Springfeld (Semester 2) ist SV-Sprecher und sieht den Erfolg der Zusammenarbeit im Schulalltag: „Ich habe mit einem Studierenden, der vor drei Jahren aus Syrien gekommen ist, im Vorkurs angefangen. Damals sprach er nur sehr schlecht Deutsch. Nachdem dieser die Sprachkurse an unserer Schule besuchte, kann er sich nun, ein Jahr später, schon sehr gut unterhalten und hat die Versetzung bis ins Semester 2 schon problemlos geschafft.“

Auch Chrismerlin Amparo de los Santos ist mitgekommen und wünscht sich noch eine engere Zusammenarbeit: „Am Abendgymnasium gibt es nicht alle Fächer, die an Regelschulen angeboten werden. Es wäre schön, wenn man seine Interessen in VHS-Kursen nachgehen könnte.“

 

Heike Hurlin ist Fachbereichsleiterin der schulischen Weiterbildung an der Volkshochschule und verweist auf Erfolge der Zusammenarbeit in der jüngeren Vergangenheit: „In der Zeitung konnten Sie die beeindruckende Lebensgeschichte von Celina Roesner lesen. Sie hat zunächst ihren Abschluss an der VHS gemacht. Sie ist anschließend zum Abendgymnasium gegangen und hat dort im vergangenen Jahr ihr Abitur abgelegt. Dies ist ein Erfolg, den wir durch die Kooperation regelmäßig wiederholen wollen.“

Im Anschluss daran unterschrieben Michael Imberg und Jochen Suthe die Kooperationsvereinbarung, die von nun an diese Kooperation als Element der schulischen Arbeit festschreibt. Das Nikolaus-Groß-Abendgymnasium freut sich auf die engere Zusammenarbeit und hofft auf zahlreiche weitere Erfolgsgeschichten.

Anmeldungen für das Sommersemester 2019

Schon bald beginnt das neue Semester, zu dem Sie sich nun anmelden können. Für eine individuelle Beratung stellen wir verschiedene Termine zur Verfügung. So können Sie mit und ohne vorherige Terminabsprache an folgenden Tagen im Nikolaus-Groß-Abendgymnasium zur Beratung kommen:

  • Freitag, 18. Januar 2019 (10:00-12:00 Uhr)
  • Dienstag, 22. Januar 2019 (12:30-14:30)
  • Mittwoch, 23. Januar 2019 (18:30-20:00 Uhr)
  • Donnerstag, 24. Januar 2019 (19:00-20:00 Uhr)
  • Freitag, 25. Januar 2019 (10:00-12:00 Uhr)
  • Dienstag, 29. Januar 2019 (12:30-14:30 Uhr)
  • Mittwoch, 30. Januar 2019 (18:30-20:00 Uhr)
  • Donnerstag, 31. Januar 2019 (10:30-12:00 Uhr und 19:30-20:30 Uhr)

Außerdem können Sie sich mit vorheriger Terminvergabe anmelden. Anmeldetermine bekommen Sie über das Sekretariat des Abendgymnasiums.

Das kommende Semester beginnt am 4. Februar 2019.

Info Abend am 17. Januar

Wenn Sie sich über das Bildungsangebot und Ihre Chance der Weiterbildung persönlich vor Ort informieren möchten, dann nutzen Sie die Gelegenheit und besuchen Sie uns auf dem öffentlichen Informationsabend

  • am Donnerstag, 17. Januar 2019, 19:30 Uhr
    Öffentlicher Informationsabend in der Schulaula des Abendgymnasiums

Alternativ können Sie auch zu einem der anderen Beratungstermine zur Schule kommen oder einen individuellen Termin vereinbaren.

Beratungstermine ohne Terminvereinbarung finden Sie in folgendem Beitrag:

Anmeldungen für das kommende Semester

Sie können auch einen Beratungstermin über das Internet anfordern:

Unser Angebot > Beratung/Kontakt > Beratungsformular

Das kommende Semester beginnt am 4. Februar 2019.

Spende an das Partnerprojekt

Seit Anfang 2017 hat das Nikolaus-Groß-Abendgymnasium die Partnerschaft mit dem Dorf Kotido in Uganda aufgenommen. Seitdem wird ein Teil der Einnahmen aus Schulfesten, dem Flohmarkt am Dom und der Kollekte für dieses Projekt genutzt. In diesem Jahr freut sich das Abendgymnasium darüber, dass diese Bemühungen uns erlauben, 1.000 Euro überweisen zu können. Dafür werden die Bildungsprojekte in Kotido unterstützt. Beispielsweise benötigen die Kinder des Dorfes eine Schuluniform für den Schulbesuch. An den umgerechnet 10,-€ Kosten für diese Uniform scheitert ein Schulbesuch oftmals, weswegen wir mit dieser Spende diese Hürde abbauen wollen.

Schulleiter Jochen Suthe bat den Kollegen Sven Breidenbach, der den Kontakt mit Kotido mit seinen Englischkursen aufrecht erhält, um einen Bericht über das Projekt: „Wir haben mit dem Englisch-Leistungskurs einen Brief an das Dorf Kotido geschrieben, in dem wir uns vorgestellt haben, und unseren Wunsch nach einer Partnerschaft mit dem Dorf geäußert haben. Wenig später haben wir eine Antwort bekommen, was die Studierenden ungemein motiviert hat, sich weiter für unser Projekt zu engagieren.“

 

Herr Wölting von Misereor nahm den Scheck auf dem Schulfest des Abendgymnasiums freudig entgegen. Er betonte, wie wichtig das Engagement der Schule sei: „Nicht nur wir erleben extreme Wetterbedingungen, sondern auch Uganda wird von einer selten erlebten Dürre heimgesucht, die die Menschen noch deutlich härter trifft, als uns im wohlhabenden Europa. Mit ihrem Beitrag sorgen Sie dafür, dass diese Menschen eine Perspektive haben, und ihren Kindern durch die Aussicht, Bildung zu erfahren, auch Chancen für ihr weiteres Leben ermöglicht werden.

 

Das Abendgymnasium bedankt sich bei allen Helfern und Gönnern, die uns alljährlich die Spenden an unser Projekt ermöglichen.

NGA ist eine „Schule ohne Rassismus“

Das Nikolaus-Groß-Abendgymnasium wurde beim vergangenen Schulfest am Samstag als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet. Zur Preisverleihung kamen neben Schulleiter Jochen Suthe und den Vertretern der SV Paul Springfeld (Semester 1) und Saskia Kuhnke (Semester 3) Tanju Dilekli vom Kommunalen Integrationszentrum in Essen für den Verein Schule ohne Rassismus sowie Rainer Koch, der Direktor Marketing von Rot-Weiss Essen, und die Mittelfeldspieler Kevin Grund und Timo Brauer.

 

Schulleiter Jochen Suthe begrüßte alle Anwesenden und bedankte sich für die Auszeichnung des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums. Tanju Dilekli zeigte sich ebenfalls erfreut und sagte, dass auch in Essen das Netzwerk der Schulen ohne Rassismus sprunghaft ansteige. Er erinnerte aber daran, dass die Auszeichnung nur den Anfang der Arbeit darstelle: „Nun muss die Schulgemeinschaft zusammen überlegen, wie sie die Arbeit gegen Diskriminierung und Rassismus in den Schulalltag verankert.“

Paul Springfeld berichtete über die Motivation der Studierendenvertretung, die Auszeichnung für das Abendgymnasium zu gewinnen. „In einer Umfrage ist herausgekommen, dass die Studierendenschaft aus mehr als 30 Nationen kommt und wir alle Weltreligionen an der Schule vereint haben. Wir leben tagtäglich in dieser Gemeinschaft ein funktionierendes Miteinander und das möchten wir anhand dieser Auszeichnung abbilden.“ Saskia Kuhnke unterstrich diese Sicht: „Wir arbeiten sehr viel an einem gelungenen Miteinander. Bei unseren Schulfesten bringen die Studierenden selbstgemachte Spezialitäten aus ihren Heimatländern mit oder wir verbinden verschiedene kulturelle Rituale in unseren Gottesdiensten, sodass dieses Miteinander Teil unseres Schulalltags ist.“

 

Am Ende stellte Rainer Koch stellvertretend für den Projektpaten Rot-Weiss Essen heraus, warum die Unterstützung des Projekts für den Fußballverein Herzenssache ist: „RWE hat seinen Sitz im Essener Norden, wo seit jeher die verschiedenen Kulturen miteinander leben und RWE sieht einen Schwerpunkt seiner Arbeit im Kampf gegen Rassismus.“ Symbolisch überreichten die Spieler Kevin Grund und Timo Brauer einen unterschriebenen Fußball. Dieser seit wie die Erde, auf der wir alle leben, rund. Jeder Teil des Balles sei genauso wichtig wie der andere, denn der Ball wäre kaputt, sobald ein Teil – egal an welcher Stelle – fehlen würde. Dieses Bild soll auf unser Zusammenleben übertragen werden.

Das Nikolaus-Groß-Abendgymnasium bedankt sich bei allen Zuschauern und Sprechern für eine gelungene Verleihung der Auszeichnung. Diese soll der Schule ein Ansporn sein, sich weiterhin für ein gelingendes Miteinander in der Schulgemeinschaft einzusetzen.