Bilder der Abifeier Januar 2007

Hier sehen Sie alle Bilder von der Abiturfeier am 12. Januar 2007:

Kontrast zum Alltag: Der Raum der Stille

Die Weiterbildung über den 2. Bildungsweg bedeutet für viele Studierende eine erhöhte zeitliche Belastung während ihres täglichen Alltags. Für unsere berufstätigen Studierenden verlängert sich der Arbeitstag durch den Schulbesuch nach Feierabend, Hausfrauen und Mütter finden sich täglich vormittags in der Schule ein, bevor sie ihr Kind aus dem Kindergarten abholen und Schichtdienstleistende besuchen täglich wechselnd vormittags oder abends neben ihrer beruflichen Tätigkeit den Unterricht am Abendgymnasium. Da bleibt in der Woche oft wenig Freizeit. Dennoch wird den Studierenden täglich Konzentration und Leistung abverlangt, um sich auf den bevorstehenden Schulabschluss, das Abitur, gezielt vorzubereiten. Daher ist es wichtig, dass ihnen während der Pausen am Abendgymnasium ein geeigneter Ort der Entspannung zur Verfügung gestellt wird. Neben dem Freizeitraum, der Caféteria und der neuen Außenterrasse für die Sommermonate verfügt das Abendgymnasium nun auch über einen „Raum der Stille“, der Dank des Förderkreises zu Beginn des Wintersemesters 2006/07 eingeweiht wurde.

„Lesen, beten, entspannen, zur Ruhe kommen“, ein Motto des neuen Meditationsraumes der Stille, beschreibt nur teilweise den Zweck dieses nach Vorschlägen unserer Studierenden gestalteten Bereiches in der 3. Etage unseres Schulgebäudes. Er dient als Kontrast zum Freizeitraum im Kellergeschoss des Hauses. Die Idee entstand nach einem Meditationsgottesdienst im April 2006. Nach dem ein Raum in der 3. Etage lange Zeit vielen Studierenden unbekannt und daher unbenutzt war, überlegten sich Studierende gemeinsam mit Lehrenden, wie der Raum ansprechender und freundlicher gestaltet werden konnte. Die erfreulich große Anzahl an konkreten Vorschlägen führte zur Umsetzung der Renovierung und ließ einen Raum mit freundlicher Wandfarbe, verbesserter Beleuchtung und ansprechender Dekoration entstehen. Eine Pinnwand für Zeitungsausschnitte und Gedanken, mehrere Sitzkissen auf dem Fußboden und eine jahreszeitlich wechselnde „Mitte“ sind das Ergebnis dieser Anregungen von Studierenden und der freundlichen finanziellen Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer des Nikolaus Groß Abendgymnasiums.

Inzwischen finden einmal wöchentlich auch für die Studierenden des Vormittags- und des Abendunterrichtes Veranstaltungen im Raum der Stille statt: „Lust auf Leistung“ versprechen die Übungen von Magdalena Obsiadly, Praktikantin am Weiterbildungskolleg und sorgen so für eine Minimierung von Stresssymptomen, eine schnelle Hilfe bei Leistungsabfall, weniger Nervosität vor Prüfungen und fördern konzentriertes Arbeiten durch Körperbeherrschung. Diese Übungen sind erprobte und so einfache wie effektive Methoden zur Entspannung.

Der Raum der Stille ist damit ein weiterer Beitrag zur Unterstützung unserer Studierenden bei der Bewältigung ihres Alltags und der an sie gestellten Anforderungen zur Erlangung ihres Schulabschlusses am Weiterbildungskolleg. Für Anregungen zur ergänzenden kreativen Gestaltung ist Frau Schmidt, Lehrerin und Ansprechpartnerin für diesen Raum, jederzeit dankbar.

Abendgymnasium meets Klassik

Ehemalige des 3. Abiturjahrgangs treffen sich zum 40. Abiturjubiläum in Weimar

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Bilder aus Weimar, wo sich die Ehemaligen des Abiturjahrgangs 1965 nach 41 Jahren trafen

Es ist schon eine Weile her, da Elmar Eissing und seine Mitstudierenden das Abiturzeugnis überreicht bekamen. 1965, das 6. Jahr des Bischöflichen Abendgymnasiums, so der damalige Name, feierte damals seinen dritten Abiturjahrgang. Und heute, 40 Jahre später – naja, zugegeben, es sind inzwischen 41 Jahre später – heute also treffen sich die Ehemaligen dieses Jahrgangs dort, wo Goethe einst sein berühmtes Gedicht „Über allen Wipfeln ist Ruh“ verfasste. Von dieser erlebnisreichen Weimar-Reise teilte uns der Ehemalige Eissing jetzt mit:

„Die Abende gehörten der Geselligkeit im Köstritzer Schwarzbierhaus wie auch im „Elephanten-Keller“ des Hotel Elephant. Hier wurden die Erinnerungen an  die alten Geschichten aus der Zeit am Abendgymnasium  wach. Manche Anekdote und manche Lehrer-Parodie erheiterte die Runde. Aber es wurden auch ernste Gespräche geführt. Ein Thema war z. B.: welche nachhaltigen Einflüsse das Abendgymnasium auf uns, jetzt im zeitlichen Abstand betrachtet, gehabt hat. U. a. wurden folgende Fähigkeiten und Einstellungen genannt, deren maßgebliche Entwicklung wir der Schule mit ihren hervorragenden Lehrern verdanken. Folgende Schwerpunkte wurden dabei – von den einzelnen individuell verschieden gesehen – angesprochen:

  • Die Fähigkeit, aus einer Flut von Informationen das Wesentliche erkennen zu können (abstraktes Denken) hat manchem in seiner beruflichen Laufbahn sehr genützt.
  • Im Deutschen konnte man eine schlechte Note bekommen, geschenkt; stand aber als Randbemerkung „Phrase“, so war man  beschämt. Wenn wir auch heute noch gegen Sprechblasen sensibilisiert sind, so ist das mit eine Folge dieser Pädagogik.
  • Die Hinführung zur Literatur und zu naturwissenschaftlichen Themen sowie in ganz besonderer Weise zu Religion und weltanschaulichen Fragen vor dem Hintergrund griechischer und römischer Wertvorstellungen war vielleicht das, was heute nach so langer Zeit noch am nachhaltigsten nachwirkt. Damals – im Stress um Arbeit, Schule und Abitur –  ist uns das wohl nicht so klar geworden wie heute.

2006-05_eissing02Es ist unsere Überzeugung, dass das Abendgymnasium weit über die Erlangung der Hochschulreife hinaus tiefe Spuren hinterlassen hat. Unser Dank gehört ihm dafür in ganz besonderer Weise.“

Nach einer Mitteilung von Elmar Eissing, Obere Fuhr 2a, 45136 Essen

 

Kein Platz blieb frei beim Café Litera

Am Donnerstag, 6. April fand ein weiteres „Café Litera“ im Nikolaus Groß Abendgymnasium statt. Das Thema: Irland. Hermann Holtmann, Lehrer auf dem Weiterbildungskolleg, stellte moderne irische Autoren vor und wurde dabei musikalisch begleitet von der Band GaelicWindProject.

2006-04-06_cafe-litera-49Sie heißen Michaela, Tanja, Daniel, Michael, Ursula und Friederike. Sie tragen alle deutsche Namen. Aber sie machen irische Musik. Und das mit überzeugender Leidenschaft. GaelicWindProject heißt die Band, die beim Café Litera im Abendgymnasium am vorletzten Schultag vor den Osterferien noch einmal mit Jigs und Reels für beste Stimmung sorgte. Jigs und Reels – das sind die rhythmischen Tanzstücke der keltischen Musiktradition. Bei dieser abendlichen Festveranstaltung blieb kein Besucherstuhl mehr frei. Bis auf den letzten Platz war die Schulaula mit Zuschauern gefüllt. Zahlreiche ehemalige Studierende, Lehrende und Freunde des Abendgymnasiums kamen auf Einladung des Förderkreises, durch dessen finanzielle Unterstützung dieser irische Abend möglich wurde. Hinter den Sitzreihen füllten sich nach Ende der abendlichen Unterrichtszeit dann auch noch die letzten freien Stehplätze mit Studierenden des Abendgymnasiums. Diesen Abend mit rhythmischen Tanzstücken und harmonischer Musik aus irischer Tradition wollte sich kaum jemand entgehen lassen.

2006-04-06_cafe-litera-68Michaela hat viele musikalische Talente: Nach Blockflöte, Orgel und Klavier erlernte sie während ihres Studiums die Querflöte. Ihre Fastzination für die keltische Musikkultur ist unübersehbar, wenn man sie auf der Bühne auf der Whistle leidenschaftlich spielen sieht. Daneben überzeugt Tanja durch erstklassigen Gesang. Da macht sich ihre chorische Gesangsausbildung bemerkbar. Doch singt sie nicht nur für GaelicWindProject, zwei der Bandlieder sind auch von ihr selbst geschrieben. Daniel spielt dazu auf der Gitarre und hat das Cover der ersten CD, „Along the enchanted way“ gestaltet, auf der einige der heute gespielten Lieder enthalten sind. Seine Leidenschaft für irische Musik begann spätestens nach der erfolgreichen Tanzshow „Riverdance“. Michael macht seit Ewigkeiten schon Musik und wurde nach einer gemeinsamen Radtour 1993 durch Irland mit seiner Frau und Bandmitglied Michaela zum Fan der Folkmusik. Er komponiert, singt und spielt alles, was Tasten und 6 bis 12 Saiten hat. Heute ist er vor allem mit Gitarre und am Klavier zu sehen. Ein weiteres Multitalent ist Ursula von der Band Ffynnon Garw, leidenschaftliche Geigerin, die heute ihren Gastauftritt bei GaelicWindProject hat. Sie liebt die klassische Musik, tritt sonst mit verschiedenen Bands und Orchestern auf, unterstützt die Band beim Café Litera mit der Fiddle und vertritt damit Bandmitglied Norma, die zur Zeit verreist ist. Begleitet wird die Musik außerdem mit dem Akkordeon, gespielt von Friederike.

2006-04-06_cafe-litera-30Die vorgestellten Autoren hat Hermann Holtmann im Vorfeld passend zur Musik der Band ausgesucht. „Ich hatte selbst im Repertoire der Band ein Stück gefunden, das ich mir für den heutigen Abend gewünscht habe und gut verbinden konnte mit den heute vorgestellten Literaturauszügen“, erzählt Holtmann. Und er ist begeistert von dem großen Andrang im heutigen Café Litera. Schade, dass da kein Platz zum Tanzen mehr frei blieb.

 

Bilder vom Café 2006

Hier sehen Sie alle Bilder von der Veranstaltung. Das Café Litera fand statt mit der musikalischen Begleitung von GaelicWindProject.

Das Abitur ist keineswegs unmöglich – man kann es schaffen

32 Studierende erreichen ihren Abschluss und erhalten das Abiturzeugnis

Marco Galla feiert heute mit. Das bestandene Abitur. Und er ist sehr stolz darauf. Er feiert das bestandene Abitur seiner Mutter, die nach 2 ½ jährigem Studium in Abendkursen ihre Allgemeine Hochschulreife erreicht hat. Heidi Galla ist mit 42 Jahren die älteste Absolventin unter den 32 Abiturientinnen und Abiturienten, denen am 13. Januar 2006 auf dem Nikolaus Groß Abendgymnasium das Abiturzeugnis überreicht wurde.

Eigentlich hat es ihr Sohn nie verstanden, warum sie auf dem ersten Bildungsweg vor 27 Jahren gleich zweimal durch die Abiturprüfung fiel. Doch war es seit dem immer ihr Wunsch, eines Tages den höheren Schulabschluss doch noch zu schaffen.

Heidi Galla ist berufstätig. Sie arbeitet in einer Arztpraxis. Als sie vor 2 Jahren an einer berufsbegleitenden Weiterbildung teilnahm, stellte sie schnell fest: Arbeiten und zeitgleich lernen, das ist keineswegs unmöglich – man kann es schaffen. Eines Tages erzählte ihr ein Patient in der Praxis – er war damals selbst Studierender auf dem Weiterbildungskolleg – vom Nikolaus-Groß-Abendgymnasium. Da sah Heidi Galla ihre Perspektive. Nach einem Beratungsgespräch folgte die Anmeldung und schließlich der berufsbegleitende Unterricht in der Franziskanerstraße.

Besondere Unterstützung erfuhr sie dabei auch von ihren Arbeitskolleginnen und vor allem von ihrem Chef, der eine Teilzeitkraft einstellte, damit Heidi Galla täglich rechtzeitig die Praxis verlassen konnte, um pünktlich im Unterricht am Abendgymnasium zu erscheinen. Auch Christina Galla, die Tochter, unterstützte ihre Mutter in dieser Zeit sehr. Denn für Heidi Galla stand eines fest: „Wenn ich das mache, dann muss es auch von meiner Familie mit getragen werden.“ Und dann war da noch der Tanzpartner, der 2 Jahre lang Rücksicht genommen hat und die gemeinsamen Tanzstunden auf ein Minimum reduzierte. Dennoch erzählt Heidi Galla von einigen Freitagen, an denen sie nach der Arbeit den Abendunterricht besuchte und anschließend noch zur Tanzschule fuhr. Das sei für sie trotz der Anstrengungen ein wichtiger körperlicher Ausgleich gewesen, der zwar während dieser Zeit seltener möglich war, aber hin und wieder sein musste. „Aber jetzt starten wir wieder richtig durch“ freut sich ihr Tanzpartner. Und so hat Heidi Galla, für die es schon ein komisches Gefühl ist, jetzt nicht mehr jeden Abend zur Schule zu gehen, gleich wieder eine neue Beschäftigung in ihrer Freizeit.

„Auf dem Abendgymnasium habe ich das erste mal im Leben wirklich positive Schulerfahrungen gemacht“, erzählt sie heute auf ihrer Abiturfeier glücklich und freut sich besonders über die neuen privaten Freundschaften, die sie durch die Lerngruppen schließen konnte und die ihr „mit Sicherheit auch nach meinem Abschluss erhalten bleiben“.

Neben Heidi Galla sind auch ihre jetzt ehemaligen Mitstudierenden sichtlich stolz während der Zeugnisübergabe durch Schulleiter Bernhard Nadorf. Sie alle werden sich nun an eine neue Lebenssituation gewöhnen müssen: Das Leben ohne die Abendschule, ohne den täglichen Unterricht, ohne Lernwochenenden. Aber sie werden den Kontakt nicht abbrechen. Denn mit ihnen steigt die Zahl der Ehemaligen, die sich mindestens einmal jährlich auf dem Schulfest wiedertreffen.