Priesterweihe von Thomas Fahle

Von links nach rechts: Frau Dr. Christiane Schmidt, Leiterin des Mariengymnasiums in Essen-Werden und ehemalige Lehrerin am Nikolaus Groß Abendgymnasium, Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, Neupriester Thomas Fahle und Bernhard Nadorf, Leiter des Nikolaus Groß Abendgymnasiums

Liebe Studierende und Lehrende des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums,

es ist mir eine große Freude, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass unser ehemaliger Studierender, Herr Thomas Fahle, am Freitag, dem 25. Mai 2012 im Dom von Essen durch unseren Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck zum Priester des Bistums Essen geweiht wurde. Im Rahmen der Weihezeremonie legen die Priester unseres Bistums dem Neupriester ihre Hände auf den Kopf des neuen Priesters. Mit diesem Zeichen begrüßen sie ihn in ihrer Mitte. Unter diesen Priestern befanden sich mehrere, die auch an unserer Schule das Abitur erreicht haben.

Ehemalige Verwaltungsangestellte wie Herr Fahle oder Stahlarbeiter, Bergmänner oder Bankfachleute, die sich entscheiden, neue Wege zu gehen: als Ärzte, Juristen oder auch in geistlichen Berufen wie dem Beruf des Seelsorgers. Alle diese Möglichkeiten für eine neue berufliche Perspektive können sich durch den Besuch des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums eröffnen.

Als Schule in der Trägerschaft des Bistums Essen haben wir ein besonderes Interesse, die Informationen über die geistlichen Berufe in unserer Kirche an die Studierenden der Schule weiterzugeben – über Menschen, die uns als Seelsorger begleiten, den Gottesdienst mit uns feiern, unsere Kinder taufen, sie auf die Erstkommunion und die Firmung vorbereiten, die Ehepaare segnen, Menschen in Krankheit und Tod begleiten und das soziale Profil unseres Ruhrbistums durch ihren glaubwürdigen diakonalen Dienst in unseren Pfarrgemeinden verkörpern.

Und so ist die Priesterweihe unseres ehemaligen Studierenden Thomas Fahle zum einen mit der dankbaren Erinnerung an alle unsere Studierenden verbunden, die diesen Weg seit dem Jahre 1959 bereits gegangen sind und als Frauen und Männer einen geistlichen Beruf gewählt haben. Sie ist zugleich ein Impuls dafür, die Information und das Gespräch über diese Berufe weiter zu verstärken – durch die links auf unserer homepage, durch schriftliche Informationen, die in unserem Hause ausliegen und vor allem durch die persönliche Begegnung mit Menschen, die bewußt diese Entscheidung getroffen haben.

Ich möchte Sie alle sehr herzlich zu einer solchen Begegnung mit unserem ehemaligen Studierenden einladen – zu einer Primizfeier in unserem Hause und zu einem Gespräch mit Herrn Fahle. Den Termin werde ich Ihnen rechtzeitig bekanntgeben.

Abschließend möchte ich Herrn Fahle im Namen der ganzen Schulgemeinde noch einmal sehr herzlich gratulieren und ihm alles Gute wünschen – im Dienst der Menschen im Ruhrbistum und im Ruhrgebiet.

Ein herzliches GLÜCKAUF.

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Der Neupriester Thomas Fahle mit dem Bischof von Essen, Dr. Franz-Josef Overbeck

Primizfeier am 13. September 2012 im Abendgymnasium

Im Namen unserer ganzen Schulgemeinde lade ich Sie alle zu einer Primizfeier unseres Neupriesters und ehemaligen Studierenden Thomas Fahle am Donnerstag, dem 13.09. 2012 um 10.00 Uhr und um 19.15 Uhr und zu einer anschließenden Begegnung ein.

Glückwünsche an Prof. Władysław Bartoszewski

Am 19. Februar feierte Herr Professor Władysław Bartoszewski seinen 90. Geburtstag. Dazu gratulierte ihm der Schulleiter des Nikolaus Groß Abendgymnasiums, Herr Oberstudiendirektor i. K. Bernhard Nadorf, mit folgendem Brief:

Lieber Herr Prof. Bartoszewski,

Im Namen von uns allen am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium und im Bistum Essen gratuliere ich Ihnen sehr herzlich zu Ihrem heutigen neunzigsten Geburtstag am 19. Februar 2012.

Ich verbinde meine besten Wünsche für gute Gesundheit und für Gottes Segen in Ihrem neuen Lebensjahrzehnt mit einem ganz herzlichen Dank für alles, was Sie in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg für die Versöhnung zwischen Deutschen und Polen getan haben und auch in dieser Zeit weiterhin tun.

In herzlicher weltanschaulicher Verbundenheit

Ihr

Bernhard Nadorf, Oberstudiendirektor i. K.

Professor Władysław Bartoszewski war Widerstandskämpfer, Journalist, Historiker, Publizist und Politiker in Polen. Wenn Sie mehr über Władysław Bartoszewski erfahren möchten, dann lesen Sie folgende Artikel:

  • Die Aussöhnung zwischen den Völkern Europas als Aufgabe katholischer Schulen
    Vortrag von Władysław Bartoszewski am Tag der katholischen Schulen 1998
    Das Linkziel existiert heute nicht mehr.
  • Władysław Bartoszewski
    Artikel auf wikipedia.de

Gedenkgottesdienste für den Seligen Nikolaus Groß

Das Bistum Essen begeht am Montag, 23. Januar, den Gedenktag des Seligen Nikolaus Groß. Zu seinen Ehren beginnt um 17.30 Uhr ein Pontifikalamt im Essener Dom, das Weihbischof Franz Vorrath feiern wird.

Bereits am Sonntag, 22. Januar, wird Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck in Mülheim ein Pontifikalamt anlässlich des Gedenktages feiern. Der festliche Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Barbara (Schildberg 86, 45475 Mülheim) beginnt um 10.30 Uhr. Beim anschließenden Neujahrsempfang um 12 Uhr im Pfarrsaal verleiht die Katholische Stadtkirche Mülheim, wie in den Jahren zuvor, die Nikolaus-Groß-Medaille. Mit ihr wird jeweils eine Person aus Mülheim ausgezeichnet, die sich im Sinne des Seligen Nikolaus Groß um Kirche, Gesellschaft, Kultur und Politik verdient gemacht hat.

Nikolaus Groß, Bergmann, Journalist, Familienvater, Arbeiterführer aus dem Ruhrgebiet und Widerstandskämpfer wurde am 12. August 1944 in Zusammenhang mit dem Attentat vom 20. Juli verhaftet, am 15. Januar 1945 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee erhängt. Am 7. Oktober 2001 sprach ihn Papst Johannes Paul II. in Rom selig. In Hattingen-Niederwenigern ist ihm ein Museum gewidmet. Die südliche Seitenschiffskapelle des Essener Münsters ist seit 2004 Nikolaus Groß geweiht. Die Kirche gedenkt des Seligen jährlich am 23. Januar.

Quelle: bistum-essen.de

Abitur Dezember 2011

Am Freitag, dem 16.12.2011 wurden die Abiturientinnen und Abiturienten des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums in der Aula der Schule verabschiedet. Die Studierenden erhielten ihr Abschlusszeugnis durch den Schulleiter Herrn Nadorf, der in seiner Abituransprache insbesondere die besonderen schulischen Leistungen der Frauen und ihre Lebenssituation würdigte.

Eine Studierende konnte sich über ein Zeugnis mit der Durchschnittsnote von 1,0 freuen. Sie wird das Fach Medizin studieren. Gemeinsam mit Freunden und Angehörigen wurde sodann bis tief in die Nacht gefeiert.

Lesen Sie hierzu die Rede des Schulleiters:

In einer Sendung über Bildungsverlierer wurden zwei Menschen als Bildungsgewinnerinnen präsentiert, die eine am Beginn ihrer Bildungsbiographie, die andere nach dem Abitur am Nikolaus-Groß-Abendgymnasium im Alter von 72 Jahren vor einem neuen Aufbruch.

Was verbindet die vierzehnjährige Schülerin mit unserer zweiundsiebzigjährigen Studierenden? Die eine geboren in der Zeit des Zweiten Weltkriegs, noch geprägt durch das Mädchen- und Frauenbild der Nazizeit und aufgewachsen in den 50er Jahren, in denen viele begabte junge Mädchen von höherer Schulbildung ausgeschlossen waren – die andere aufgewachsen in einer Familie, die aus Sri Lanka eingewandert ist. Ihre Lebenswege sind unterschiedlich, aber sie teilen die Leidenschaft für das Lesen und für das Lernen.

Und es ist sicherlich auch kein Zufall, dass Günther Jauch zwei Frauen in dieser Sendung über das lebenslange Lernen vorgestellt hat. Ein Blick auf unsere Abiturientia zeigt, dass auch hier die Frauen in der Mehrheit sind Und so gestatten Sie mir, liebe männliche Abiturienten, dass ich heute etwas mehr, aber nicht nur, über unsere weiblichen Studierenden spreche:

  • Über die Studierende aus dem Münsterland, die jeden Tag anreist, um hier unsere Schule zu besuchen
  • Über die alleinerziehende Mutter, die versucht, die flexiblen Zeiten im Schichtsystem mit den Kindergartenzeiten und dem Babysitting ihrer Kinder zu koordinieren
  • Über die Altenpflegerin, die ihre beruflichen Verpflichtungen in der Schichtarbeit mit der Teilnahme am Unterricht verbindet
  • Über die Migrantin, die sich auch ohne die Unterstützung durch ihre Familie und vielleicht auch gegen ihren Widerstand weiterbildet und damit sicherlich auch die Situation der Frauen in den vierziger und fünfziger Jahren nachvollziehen kann.

Alle unsere Studierenden, die diese unterschiedlichen Belastungen in Familie, Beruf und Schule miteinander verbinden, stehen mehr als ihren Mann, sie stehen ihre Frau.

Die Frauen, die unser Abendgymnasium besuchen, hier die allgemeine Hochschulreife erwerben und dann nach dem Abschluss ihres Studiums als Ärztinnen, Lehrerinnen oder Rechtsanwältinnen arbeiten, zeigen, dass es möglich ist, Benachteiligung und Ausgrenzung zu überwinden und durch das Abitur eine neue Lebensperspektive zu gewinnen.

Im Jahre 1982 hat Ina Deter diese Bildungsoffensive der Frauen angekündigt mit dem Song „Frauen kommen langsam aber gewaltig“

Dort heißt es:

Frauen kommen langsam aber gewaltig
Schlaue Frauen sind verdächtig
Nehmen alles in die Hand
Schlaue Frauen beweisen
Täglich ihr’n Verstand
Schlaue Frauen schlag’n auf’n Magen
Müssen immer besser sein
Schlaue Frauen jagen
Männern Ängste ein

Starker Mann was nun
Keine Zeit mehr was zu tun
Frauen kommen langsam
– aber gewaltig

Mittlerweile – so darf man sagen – sind die Frauen gewaltig angekommen. Ich möchte das an zwei Beispielen illustrieren.

Vor einem Jahr habe ich eine Studierende aus Kabul in Afghanistan verabschiedet. Dabei waren auch ihr Vater aus Kabul und ihr Bruder aus Amerika. Beim anschließenden Empfang bemerkte ich ironisch, früher sei doch in den Schulen alles besser gewesen, denn die Jungs hätten doch keine Konkurrenz von den Mädchen gehabt. Während der Vater diese Ironie nicht bemerkte und mir zustimmte, sagte der Bruder, dass wir Gott sei Dank die Talibanisierung der Bildung überwunden hätten. Der Britische Schriftsteller Willy Russell hat den Frauen, die sich weiterbilden, im Jahre 1980 mit der 26jährigen Friseuse Rita ein Denkmal gesetzt. Rita gehört zu den Frauen, die sich im Rahmen eines Abiturkurses intensiv mit russischer Literatur, u.a. auch mit dem Schriftsteller Anton Tschechow befassen und damit „Männern Ängste einjagen“.

So klagt sie in einem Gespräch mit ihrem Lektor Frank darüber, dass ihr Ehemann Danny ihre Bücher und Papiere verbrannt hat, weil er annimmt, dass sie eine Affäre mit Tschechow hat.

Hier ein Ausschnitt aus dem Gespräch zwischen Rita und ihrem Ehemann Danny,

Rita: „Auch wenn ich eine Affäre mit Anton Tschechow hätte, so hätte es doch keinen Sinn, seine Bücher zu verbrennen. Ich habe aber keine Affäre mit Tschechow. Daraufhin bemerkt Danny: “ Ich würde Dir das schon zutrauen, dass Du in wilder Ehe mit einem Ausländer lebst.“

Sicherlich ist Danny die Karikatur eines Ehemanns, der in Ignoranz lebt und nicht versteht, dass und wie sich seine Ehefrau durch Weiterbildung verändert.

Veränderung setzt voraus, dass Menschen in ihrem Umfeld bereit sind, die Weiterbildung von Frauen nicht nur zu akzeptieren, sondern auch als positive Chance für eine persönliche Beziehung, für die Familie und für die Freundschaft zu begreifen und zu nutzen.

Vier Jahre nach „Educating Rita“ erschien der Song „Neue Männer braucht das Land“. Anders als Danny lassen sich diese neuen Männer durch die Weiterbildung ihrer Partnerinnen nicht nur keine Angst einjagen, sondern sie bilden sich selbst fort. Es sind neue Männer, die nicht nur Geschichte machen, sondern auch Englisch, Deutsch, Mathematik, Religion, Biologie, Physik und Philosophie. Sie sind heute unter uns.

AUCH IHNEN GILT UNSER GANZ HERZLICHER GLÜCKWUNSCH AM HEUTIGEN TAGE!

Liebe Festgäste: Weiterbildung für Männer und Frauen in einer berufsbegleitenden Schule wie dem Nikolaus-Groß-Abendgymnasium ist nur dann möglich, wenn wir als Lehrer, als Freunde und Angehörige unsere Studierenden mit Ermutigung begleiten- nicht nur in den vergangenen Jahren, sondern auch darüber hinaus.

Für Ihren weiteren Weg über die Abiturprüfung hinaus brauchen wir auch im Bereich der Hochschule Teilzeitstudiengänge für berufstätige Frauen und Männer; ich darf in diesem Zusammenhang ergänzen, dass auch Frau Steppke im weiteren Verlauf der Sendung auf einen solchen Teilzeitstudienstudiengang hinweist; der Impuls zur Übertragung des Zeitsystems von dieser Schule auf die Hochschule kam hier in Essen durch einen Kooperationsvertrag zwischen dem Nikolaus-Groß-Abendgymnasium und der Universität Duisburg-Essen.

Wenn es uns gelingt die Zeitsysteme von Schule und Hochschule aufeinander abzustimmen, dann werden wir noch mehr Beiträge von Ehemaligen auf unserer homepage finden wie den von dieser Tierärztin, die unsere Schule im Jahre 2006 mit der Allgemeinen Hochschulreife abgeschlossen hat.

So schreibt Anja Hucke:

Ich schau gerade auf mein „Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife“, das vor mir auf meinem Schreibtisch liegt und freu mich über meine Durchschnittsnote, die mir den Zugang zum Medizinstudium ermöglicht. Die vergangenen zwei Jahre bargen Höhen und Tiefen sowohl in der Schule als auch zu Hause. Kranke Kinder (ich habe drei Mädchen), ein Anbau am Haus, der vernachlässigte Garten, all das störte mich manchmal auf meiner Zielgeraden zum Abitur. Andererseits ging ich total gern zur Schule und genoss den wertvollen Unterricht bei passionierten kreativen Lehrern. Außerdem blieb neben dem Lernen noch Zeit zum Reisen und Lesen von Nicht-Schulbüchern.

Also: Niemand sollte je zögern, zur Schule zu gehen (mit der Ausrede, er sei zu alt oder habe zu viel andere Arbeit) – denn meine Erfahrung ist: Was ich wirklich will, das schaff ich auch! Danke an die Lehrer und liebe Grüße wünscht

Anja Hucke.

P.S.: Es erfüllte mich mit besonderer Freude zu entdecken, dass ich eine Verwandte von Elisabeth Groß, der Ehefrau des Nikolaus Groß, bin, was für mich noch eine ganz andere Verbundenheit mit der Schule darstellte.

Einiges von dem, was Frau Hucke sagt, das haben Sie sicherlich bemerkt – spiegelt sich in dem Beitrag von Heide Steppke fast wörtlich wider.

Ich wünsche Ihnen, Liebe Studierende, dass Sie in vier Jahren auf Ihre Zeit am Abendgymnasium genauso zurückblicken können wie diese ehemaligen Studierenden. Ihnen, Ihren Freunden und Angehörigen gratuliere ich ganz herzlich und ich wünsche einen schönen Abend in unserem Hause, ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes, gesundes neues Jahr 2012.

Ein Abend der Deutsch-Englischen Gesellschaft

In einer gemeinsamen Veranstaltung des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums und der Deutsch-Englischen Gesellschaft Ruhr e.V. sprach am Abend des 28. November der Highmaster der Manchester School, Dr. Christopher Ray über seine Schule und ihre Verbindungen zu Deutschland. Die MGS wurde im Jahre 1515 durch Hugh Oldham, den Bischof von Exeter gegründet und so wird sie im Jahre 2015 ihr 500jähriges Jubiläum. Das Motto dieser Schule ist „Sapere aude“ und die Schüler tragen ein Bild der Eule als Zeichen der Weisheit auf ihrer Schuluniform.

Mit 1600 Schülern ist die MGS die größte Jungenschule im Vereinigten Königreich und ist bei den landesweiten rankings ihrer A-Level Ergebnisse immer unter den besten. Durch die systematische finanzielle Förderung von Kindern aus sozial schwachen Familien schafft die Schule die Voraussetzungen, dass alle Jungen, die es schaffen, die Eingangsüberprüfungen erfolgreich zu absolvieren, die Schule auch zu besuchen. Die Lehrpläne der Schule zielen nicht nur darauf ab, die intellektuellen Fähigkeiten der Schüler zu fördern und optimal auf die zentralen Leistungsüberprüfungen vorzubereiten. Darüber hinaus bietet die Schule eine Fülle von insgesamt 132 Arbeitsgemeinschaften an (sog. Extracurricular activities), die zu einer umfassenden Persönlichkeitsentwicklung beitragen. Als die MGS im Jahre 1515 gegründet wurde, wurde sie von 40 Jungen besucht, und die Fächer waren Latein, Griechisch und Religion. Mathematik war optional. In der Zeit der Industriellen Revolution, die von der Stadt Manchester ausging, veränderte sich auch der Fächerkanon, sodass fortan auch die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer in den Lehrplan aufgenommen wurden.

Die Beziehungen zu Deutschland und zu Deutschen Schulen haben für die Lehrenden und Schüler der Manchester Grammar School im Rahmen ihrer vielfältigen internationalen Kontakte immer eine besondere Rolle gespielt. So erinnerte Dr. Ray daran, dass der Highmaster der Schule trotz der Proteste von Eltern nach dem Zweiten Weltkrieg an einer Klassenfahrt in das zerstörte Deutschland festgehalten und dabei betont habe, dass es für ihn keine Kollektivschuld aller Deutschen gebe. Dieser Einsatz für die Versöhnung zwischen ehemals verfeindeten Nationen findet auch seinen Ausdruck auf der Tafel der „Assembly Hall“ in der Manchester Grammar School. Dort ist – inmitten vieler englischer Namen von gefallenen Soldaten – auch der Name eines Deutschen Lehrers verzeichnet, der in der Zeit von 1912 bis 1913 an der MGS tätig war, dann in seine Heimat zurückkehrte und dann auf dem Schlachtfeld von Flandern im Kampf gegen England fiel. Damit verbindet sich die Geschichte der MGS mit der Geschichte vieler anderer Schulen und auch mit der Geschichte der Deutsch-Englischen Gesellschaft Ruhr e.V., die nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurde, um in den Ruinen des Zweiten Weltkriegs die Grundlagen für Frieden und dauerhafte Versöhnung zu legen.


 

Intro von Schulleiter Bernhard Nadorf

The address of the Headmaster of the Nikolaus-Groß-Abendgymnasium and Chairman of the „Deutsch-Englische Gesellschaft Ruhr e.V.“ Bernhard Nadorf on the occasion of the visit of the High Master of the Manchester Grammar School, Dr. Christopher Ray

Dear members of the Deutsch-Englische- Gesellschaft, Dear Guests and last but not least dear teachers and students of our Nikolaus-Groß-Abendgymnasium

It was in the brilliant Indian summer of 1972 when I travelled with my VW beetle and all the belongings of a German student at the age of 22 from the city of Heidelberg to Manchester to take up a teaching post at the Manchester Grammar School.

Those were the days of pre-Internet and pre-Ryanair when communication was by snailmail or airmail, not email and when it took three and a half hours to cross the channel from Oostende to Dover – on an air mattress in the bar of a fairly dilapidated steamer.

One of the pioneers of this time, Anthony Allport is today with us – he belongs to one of the rare cases where an English assistant teacher or should I say a Welsh assistant teacher became a school director in Germany.

Little did I know on my arrival in Kent on a foggy day at 2 o`clock in the morning about my new school and its position within the national and international school system. It was my unforgettable Landlady Mrs. Luisa Farrington, who first informed me that the Manchester Grammar School was an exceptional place offering the highest academic standards and an extraordinary range of extracurricular activities to all of its boys. Since the day when I said good-bye to this school at a garden party with the then High Master Peter Mason in the summer of 1973 it has always been my dream to invite the High Master of this school to Germany. Tonight this dream has become true and so I am delighted to welcome Dr. Christopher Ray, one of his successors here tonight.

Welcome Dr. Ray to Germany, to the Ruhr area and to Essen and thank you so much for accepting our invitation.

Dr. Christopher Ray has been the High Master of the Manchester Grammar School since 2004. Before teaching Physics and Philosophy in schools Dr Ray taught Philosophy at universities in Oxford, Singapore and the USA. He is the author of two books and a number of articles on the Philosophies of Science and of Space and Time. He has written and lectured extensively on educational issues and has been consulted by senior UK ministers and by the Prime Minister David Cameron.

He is currently Chairman-elect of the Headmasters‘ and Headmistresses‘ Conference, which represents 250 leading independent schools in the UK, Europe and the rest of the world.

Ladies and gentlemen, dear students: In the year 2015 the Manchester Grammar School will be celebrating the 500th anniversary of its foundation and tonight I am equally delighted to welcome Sister Ulrike Michalski from the BMV school here in Essen, a school with 1500 girls and a history stretching back over more than 350 years. Welcome sister Ulrike.

Ladies and gentlemen, Dear students: The history of the Manchester Grammar school is closely connected with the development of a city that the British Prime Minister Benjamin Disraeli once characterized with the following sentence: “What Manchester does today, the world does tomorrow”. The Age of Humanism, The Age of Enlightenment and above all the Industrial Revolution, when visitors from the continent called Manchester “The shock city of the age” – all these stages of the historical journey through time have been central both to the history of the city of Manchester and to the development of the School which proudly bears its name.

Founded at the beginning of the 16th century by Hugh Oldham, a friend of Erasmus of Rotterdam, when Henry VIII was King of England and Maximilian I ruled the Holy Roman Empire of the German nation it adopted the motto “Sapere aude”, “Dare to be wise”, “Wage es, weise zu sein” in the Age of Enlightenment, when Immanuel Kant proclaimed the “Aufbruch aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit”, “Man’s emergence from his self-imposed immaturity”.

It has always been the policy of this school and its High Masters to offer every boy who qualifies a chance to participate in an exciting educational concept of enlightenment– with motivated teachers and ambitious boys – and consequently outstanding academic standards and results in the nationwide rankings.

This is the key Number one aim set out in the Strategic Plan of the Manchester Grammar school and I quote:

„Demonstrate continuing commitment to the widest possible access so that any boy who is awarded a place at the School will be able to take up his place regardless of the social, cultural, ethnic, religious or financial background of his family, thereby providing additional charitable public benefit.“ unquote

Academic and personal excellence and achievement are not confined to those who are born rich or as we say with a silver spoon in their mouth – this is the common message of the Manchester Grammar school, of the BMV School and of the Nikolaus-Groß-Abendgymnasium.

Our patron Nikolaus Groß started as a miner in a small place in the Ruhr area. He took part in evening courses and was to become a leader of the working class movement at the Ruhr, a resistance fighter and a Saint of the Catholic Church. Our students work eight hours a day and take their A-Levels in their free time with the same and even better results than those who attend day schools.

All those who try to follow their dreams with energy, determination and resilience at whatever age in their lives belong to the elite in our countries – irrespective of the money that their parents can invest – in Essen or in Manchester or worldwide – and especially so our students from migrant families.

And after watching nationwide Television yesterday night, when Mrs Heide Steppke, who took her examinations at the age of 71 last summer was interviewed by Günther Jauch, I might add that there are no age limits.

We need to encourage all boys and girls and all men and women who strive to realize their individual potential – in the footsteps of persons who came from a humble family background and who firmly believed that they could reach the top through learning: Yes, we can: An American boy who was born into a poor family in Hawaii in 1961 and who became President, a German boy who grew up in a postwar one parent family, worked as a shop assistant in Göttingen, took his Abitur at an Abendgymnasium and later became German chancellor or a boy who was born in the village of Mvezo in South Africa, attended the Methodist school of Qunu to finish the system of apartheid and to become the President of the Republic of South Africa.

Barack Obama, Gerhard Schröder and Nelson Mandela share one central experience: They were deeply convinced that they could fulfill their personal dreams and ambitions through education and further education and above all through continuous hard effort. They have dared to be wise and they were encouraged by teachers who believed in their potential.

Ladies and gentlemen: The motto Sapere aude is timeless: In the face of the threat of National Socialism in the late 1920s Nikolaus Groß who had become the chief editor of a newspaper wrote:” Der Nationalsozialismus ist das Sammelbecken der politisch Unmündigen und Unreifen”. National Socialism is the political party representing those who are politically not of age and immature.”

He called on his fellow citizens to defend democracy, Christian values and human dignity in this country and the program of Immanuel Kant in the face of a political party which was set on destroying the values of enlightenment.

The enlightenment that takes place in our schools is the best protection against any violation of human rights – through the centuries and worldwide.

Ladies and gentlemen: When I arrived at Manchester Grammar School back in 1973, I was not only impressed with the diversity and the quality of its educational program and the results that our boys achieved, I was touched and humbled by the hospitality and the personal friendship with which I was received in the staffroom – I was even – after some internal consultations about the rights of a foreign teacher – admitted to the wine club, which in those days always offered a glass of sherry in the lunchtime break.

This is a personal experience that many of our members and many of those who have visited the United Kingdom share and cherish. And even in the difficult times of our history the personal relationships and friendships between the people, their families and the cities in both countries have formed an enduring, an indestructible bridge.

Sometimes signs of this enduring affection can be detected even in times of war and military conflict. I have always been touched and impressed by the fact that on the roll of honor in the assembly hall of the Manchester Grammar school which commemorates the teachers and students who were killed in combat in the two Great Wars I found the name of Dr. Bernhard Neuendorff, a German teacher who had returned to Germany before the war and was killed in action in the fields of Flanders.

The month of November, dear students and members of the Deutsch-Englische Gesellschaft is traditionally a month of mourning and commemoration. When we include our former enemies into that commemoration thus respecting the personal sacrifice of every human being, we lay the foundation for a United Europe which is based on understanding and reconciliation. Students and teachers of schools in both countries and organizations such as the Deutsch-Englische Gesellschaft and the great number of relationships between twin cities in the Ruhr area and in North England have made and will continue to make a substantial contribution to this process.

„The Manchester Grammar School and Germany: An Enduring Affection“ or: ”A German school director`s enduring affection with The Manchester Grammar School”.

Dear Christopher, the floor is yours.