Hoher Zulauf bei der Ausbildungsmesse

Das Nikolaus-Groß-Abendgymnasium nahm am 07. April an der Ausbildungsmesse der Volkshochschule in Essen Teil und betreute einen eigenen Stand, an dem sich Interessierte über das Programm des Abendgymnasiums beraten lassen konnten. Unterstützt von zwei Studierenden der SV wurde die Veranstaltung ein großer Erfolg, denn eine Vielzahl von jungen Männern und Frauen zeigten ein lebhaftes Interesse daran, ihr Abitur nachholen zu können. Das Abendgymnasium freut sich darauf, einige der Messebesucher bald als neue Studierende begrüßen zu können.

 

 

„Lehrt uns fischen!“

Auch in diesem Jahr durfte das Nikolaus-Groß-Abendgymnasium in der Fastenzeit einen Gast begrüßen. Mariam Diallo hielt einen Vortrag über die Milchwirtschaft in Burkina Faso und diskutierte anschließend mit den Studierenden, die dem Vortrag zugehört haben über die Probleme, die in Burkina Faso durch europäische Milchexporte auftreten.

 

Mariam Diallo ist die Betreiberin einer so genannten Minimolkerei im Dorf Bittou. Vornehmlich Frauen betreiben in dem Dorf Viehzucht und haben mit Hilfe der lokalen Organisation PASMEP und Misereor ihre Rinder, die eher wenig Milch geben, mit europäischen Rinderrassen gekreuzt, sodass die Milch nicht nur den eigenen Bedarf deckt, sondern sogar verkauft werden kann. Um diesen Schritt zu vereinfachen, haben die Bewohner des Dorfes eine Molkerei gegründet, die die Milch der Bewohner garantiert abkauft, haltbar macht und den Verkauf auf dem nächstgelegenen Markt organisiert. Durch Misereor kann die Milch in einem geschlossenen System verarbeitet werden, sodass Verunreinigungen vermieden werden.

Neben der lokalen Milch bieten die Lebensmittelgeschäfte jedoch auch Milchpulver an, das aus Europa stammt. Die Molkereien vor Ort können ihr Produkt nicht günstiger anbieten als in der Preisspanne zwischen 0,90 € und 1,10 € pro Liter. Die europäische Milch ist hingegen subventioniert und das Milchpulver für einen Liter kostet mit 0,40 € weniger als die Hälfte. Da Burkina Faso als Armenhaus der Region gilt, greifen die Bewohner häufig auf die europäische Milch zurück, was den heimischen Markt belastet.

 

Mariam Diallo bat darum, dass die Zuhörer sich in Zukunft für einen Stopp des Milchexports nach Burkina Faso einsetzen sollten. Viele junge und gut ausgebildete Menschen versuchen aufgrund der Perspektivlosigkeit in ihrem Land nach Europa zu fliehen, sodass Afrika auszubluten drohe.

In der anschließenden Diskussion fragten die Studierenden, ob bei einer ausbleibenden Konkurrenz durch europäische Produkte ein Monopol der hiesigen Molkereien entstehe, der für die Bevölkerung noch höhere Preise bedeuten würde. Dies verneint Mariam Diallo, die auf einen fairen Handel zwischen den lokalen Akteuren setzt. Eine weitere Frage beschäftigt sich damit, dass man sich möglicherweise eine alternative Idee habe, die eigene Wirtschaft aufzubauen, wenn die Milch aus Europa billiger angeboten wird. Hier wies Mariam Diallo auf die Notwendigkeit der Milchwirtschaft für Burkina Faso hin. Erst durch die Milch, ihre Aufbereitung und ihren Vertrieb entstehen dort erst notwendige Arbeitsplätze.

Am Ende betonte Mariam Diallo noch einmal, dass die Hilfe aus Europa sehr Willkommen sei. Die billige Milch verschärfe die Probleme jedoch, weswegen deren Export gestoppt werden müsse. Es gelte hier das alte Sprichwort: „Lehrt uns fischen, anstatt uns Fische zu schenken.“

Start des Uganda-Projekts

Noch vor den Osterferien hat das Nikolaus-Groß-Abendgymnasium sein Partnerprojekt mit dem Dorf Kotido in Uganda offiziell begonnen. Dazu traf sich der Abteilungsleiter für Partnerschaften des bischöflichen Hilfswerks Misereor Andreas Lohmann mit dem Schulleiter des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums Jochen Suthe und weiteren Teilnehmern, um das Projekt mit einer ersten Spende zu besiegeln.

Frau Alum am Abendgymnasium (April 2014)

Die Idee für die Partnerschaft kam bereits im Jahr 2014 auf. Im Rahmen der damaligen Fastenaktion besuchte die Pädagogin Josephine Alum das Nikolaus-Groß-Abendgymnasium und berichtete von ihrer Arbeit in Kotido. „Als Frau Alum berichtete, dass die Kinder der Dorfbewohner nicht alle die Schule besuchen können, weil das Geld für die vorgeschriebene Schuluniform in Höhe von zehn Euro fehlt, kam den Studierenden der Gedanke, dass wir helfen können“, beschreibt Schulseelsorger Michael Schwarzer, wie der Wunsch zu einer Unterstützung entstanden ist.

 

Das Abendgymnasium hat das Projekt in der Studierendenvertretung und der Lehrerkonferenz vorbereitet und in der Schulkonferenz beschlossen, dass obligatorisch die Hälfte aller Spendeneinnahmen oder Gewinne aus dem alljährlichen Flohmarkt oder den Schulfesten an die Partnerschaft gehen werden. Andreas Lohmann lobte: „Das aufgestellte Konzept hat Hand und Fuß.“

Als Geschenk für die beginnende Partnerschaft brachte Andreas Lohmann einen Speckbaum mit, der zwar aus Südafrika stamme, aber gleich auf mehreren Wegen Symbol für Uganda sei. Neben der Hoffnung, dass die Partnerschaft wie der Baum wachsen wird, speichert der Speckbaum besonders viel Kohlendioxid, was die aktuelle Situation in Kotido gut verdeutlicht. In Ostafrika ist aktuell eine existenzgefährdende Dürre, unter der die Menschen leiden, die durch den Klimawandel hervorgerufen wurde. Lohmann betonte, dass man nicht nur an der entgegengebrachten Solidarität sehe, dass wir mit den Menschen in Uganda verbunden sind, sondern auch an den Auswirkungen des Klimawandels. Denn die Menschen, die unter der Dürre leiden, erleben die Folgen unseres Ressourcenverbrauchs.

Brief an Kotido

Sven Breidenbach, der die Kontaktaufnahme mit dem Englisch-Leistungskurs des vierten Semesters betreut, betonte, dass das Projekt durchaus in den Unterricht eingebracht werden könne. „Das Thema Globalisierung steht im Lehrplan des Faches Englisch und an diesem praktischen Beispiel kann man die weltweiten Wechselwirkungen sehr gut beleuchten.“

 

Für Schulleiter Jochen Suthe ist die Partnerschaft das angemessene karitative Projekt der Schule: „Als kleine Schule im Essener Südostviertel können wir keine großen Spendenbeiträge zur Unterstützung großer Projekte beschaffen. Die Unterstützung der Bildungsarbeit in Uganda ist schon für geringe Beträge wie zum Beispiel Schuluniformen, die 10 Euro pro Stück kosten, möglich. Hier können wir uns gewinnend für das Dorf Kotido einsetzen.“

In Vertretung der gesamten Schulgemeinde freute sich Jochen Suthe neben dem ersten Schreiben, das das vierte Semester erstellt hat, eine Spende zu überreichen, um die Partnerschaft sogleich mit Leben zu erfüllen. In den vergangenen Aktionen konnte ein Betrag von 750 Euro erwirtschaftet werden, der dem Dorf zugute kommen wird. Die Gesprächsteilnehmer versicherten sich zum Schluss noch einmal, dass dies nur der Anfang für eine hoffentlich lange Partnerschaft sein soll.

Die Welt ist voller guter Ideen – Lass sie wachsen!

Der Gottesdienst am 30. März wurde im Zeichen der Fastenzeit und der Misereor-Fastenaktion gefeiert. Das Semester 1 sorgte in Zusammenarbeit mit Schulseelsorger Michael Schwarzer für einen andächtigen Rahmen, der den Fokus auf die Probleme des Landes Burkina Faso richtete.

Der Wortgottesdienst begann mit den Gedanken Michael Schwarzers über das Zusammenleben der Menschen. Im Vorfeld bastelte das erste Semester viele bunte Blumen, die auf einer angedeuteten Wiese standen. Ein Studierender bastelte jedoch ein kleines Papierboot, das nun in den Blick genommen wurde. Das Boot stehe nicht nur, so Schwarzer, für die vielen Menschen, die mit Booten über das Mittelmeer nach Europa fliehen, sondern auch für das gemeinsame Zusammenleben auf der Erde, die ebenfalls so fragil sei, wie das Papierschiffchen.

Frau Diallo erzählt von Burkina Faso.

Ein gut recherchierter Text einer Studierenden klärte über die Probleme der Milchwirtschaft in Afrika auf, wo es durch die billigen Importe von Milch und Milchpulver aus Europa zu einem Erliegen der heimischen Industrie kommt. Mariam Diallo, der Ehrengast des Abendgymnasiums, fasste ihre Erfahrungen aus dem Alltag Burkina Fasos für die Gottesdienstbesucher ebenfalls zusammen.

 

In verschiedenen Beiträgen sammelten die Studierenden Textstellen aus verschiedenen heiligen Schriften, die die Milch zum Thema haben. Dies ergänzte Michael Schwarzer mit dem Gleichnis von dem Reichen und dem Bettler Lazarus, die nach dem Tode unterschiedliche Rollen bekleideten. So sitzt Lazarus im Schoße Abrahams, während der Reiche Qualen leiden muss, da ihm im Leben bereits alles Gute widerfahren sei. Dies griff Michael Schwarzer auf, um zu betonen, dass auch aus der christlichen Sicht, die Solidarität der Menschen, egal ob arm oder reich, aus dem Norden oder aus dem Süden gefordert sei.

Symbolisch schrieben die Gottesdienstbesucher in einem Wort, was für ein Zusammenleben nötig ist, auf die gebastelten Blumen und stellten diese wieder auf. Die unterschiedlichen Ideen wie Toleranz, Bildung oder dem gegenseitigen Verständnis zeigten, wie viel Potenzial für Gemeinsamkeit gefunden werden können.

Die Musikgruppe sorgt für feierliche Stimmung beim Gottesdienst.

Zum Schluss dankte Michael Schwarzer nicht nur dem ersten Semester, sondern auch den Musikern, die zahlenmäßig durchaus als Band durchgehen konnten. Neben Gitarren und dem Klavier sorgte sogar eine Querflöte für eine feierliche Atmosphäre.

Gast aus Burkina Faso am Abendgymnasium

Auch in diesem Jahr freut sich das Nikolaus-Groß-Abendgymnasium darüber, einen Gast im Rahmen der Misereor Fastenaktion begrüßen zu dürfen. In diesem Jahr ist die Fastenaktion unter das Motto „Die Welt ist voll guter Ideen. Lass sie wachsen.“ gestellt. Im Blickfeld ist dieses Mal das Land Burkina Faso, das am Rand der Sahelzone liegt.

© MISEREOR

In diesem Jahr besucht Mariam Diallo das Abendgymnasium und wird über ihre Arbeit in Burkina Faso berichten. Schwerpunkt ihres Schaffens ist die Lage der Milchbauern in dem afrikanischen Land. Diese haben große Probleme gegen die konkurrierenden Milchprodukte zu bestehen. Dabei kommen die Konkurrenten nicht etwa aus dem eigenen Land, sondern die Überschüsse aus Europa werden in Afrika so billig verkauft, dass sie unter dem Wert liegen, für den afrikanische Milchbauern ihre Milch produzieren können.

 

Als Besitzerin einer Kleinmolkerei und Schatzmeisterin der von Misereor geförderten Interessengemeinschaft der Kleinmolkereien vertritt sie die Milchproduzenten in internationalen Gesprächen. Ihr Anliegen ist der Schutz der eigenen Wirtschaft zum Beispiel durch Zölle, damit die Landwirtschaft in Burkina Faso nicht zum Erliegen kommt.

 

Am Donnerstag, den 30. März wird Mariam Diallo im Nikolaus-Groß-Abendgymnasium ihre Arbeit vorstellen und mit interessierten Zuhörern diskutieren. Auch in diesem Jahr freut sich die Schule über die Möglichkeit, ihren Studierenden die Möglichkeit zu geben, über den europäischen Tellerrand hinauszublicken, und für die Krisen der Welt zu sensibilisieren. Morgens und abends wird Mariam Diallo in den ersten beiden Stunden ihr Projekt vorstellen und im Anschluss wird Schulseelsorger Michael Schwarzer einen Gottesdienst feiern, an dem Mariam Diallo ebenfalls teilnimmt.

 

Weitere Informationen über die Fastenaktion finden Sie hier.

Wir danken MISEREOR für die Bereitstellung der Fotos.

Schulmesse am Aschermittwoch

Am vergangenen Mittwoch feierte Schulseelsorger Michael Schwarzer im Nikolaus-Groß-Abendgymnasium eine Schulmesse anlässlich des Aschermittwochs. In seiner Begrüßung stellte er fest, dass der Aschermittwoch die Fastenzeit einleite, die im christlichen Sinne nicht als Zeit des Abnehmens und der Diät zu verstehen sei, sondern grundsätzlich die Vorbereitung auf das Osterfest symbolisiere.

Ausgangspunkt für seine Predigt war das Lied „Leichtes Gepäck“ der Band Silbermond. Hier singt die Gruppe darüber, dass jeder Mensch irgendwann begreifen wird, dass er 99 Prozent seiner Habseligkeiten nicht brauche, und diese deswegen wegschmeißen werde. Dies nahm Michael Schwarzer zum Anlass, um über den Verzicht zu sprechen, um den es in der Fastenzeit gehe. Es gehe eben nicht um das Vermeiden von Kalorien, sondern darum, auf Dinge zu verzichten, die für das eigene Leben nicht wichtig seien. Am Ende bleiben, wie es auch im Liedtext beschrieben wird, nur noch die wichtigen Dinge übrig.

 

Nach dem traditionellen Brauch der katholischen Kirche bekamen die Besucher des Gottesdienstes ein Aschekreuz auf die Stirn gezeichnet. Michael Schwarzer erklärte, dass das Aschekreuz mehrere Bedeutungen aufweise. Einerseits symbolisiere die Asche die Vergänglichkeit des Menschen, der Staub ist und zum Staub zurückkehren werde. Andererseits steht das Kreuz für die Liebe Gottes, die den Tod überwinde.

 

Der Dank ging an diesem Tag an die Studierenden des Semesters 6, die die Fürbitten und weitere Texte vorgetragen haben, wie zum Beispiel einen wachrüttelnden Text, der die Gläubigen dazu aufruft, die Fastenzeit zur Umkehr zu nutzen. Nach dem Abschiedssegen kehrten die Studierenden und Lehrenden wieder in den Unterricht zurück.