Apfelbaum für das NGA

Der Gottesdienst am 15. November stand unter dem Motto „Wenn ich wüsste, dass ich morgen stürbe, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“. Passend zum Lutherjahr 2017 wählte das zweite Semester diese an Luther angelehnte Aussage, die für Hoffnung in einem Monat steht, der häufig mit Tod und Trauer in Verbindung gebracht wird.

Als Teil des Gottesdienstes stellte das zweite Semester ein kleines Apfelbäumchen in der Aula auf, das die Studierenden mit selbst gebastelten Äpfeln schmückten, auf denen Wünsche geschrieben waren. Sie alle überlegten, was sie mit dem Symbol des Apfelbaums verbinden, und so standen am Ende Begriffe wie „Barmherzigkeit“, „Mut“ und „Hoffnung“.

 

Da ein Apfelbaum nicht als Zimmerpflanze taugt, sollte er als Symbol der Hoffnung auf dem Gelände des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums aufgestellt werden. Am Montag pflanzten also Schulleiter Jochen Suthe, Fachlehrer Thomas Becker und Studierende des zweiten Semesters den Apfelbaum gut sichtbar ein. Er fand einen Platz, sodass er von der Cafeteria und dem Klausurraum neben der Aula gut zu sehen ist.

Einladung zum Schulfest am 25. November

 

Liebe Studierenden, Lehrenden, Ehemaligen und Freunde des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums,

das zweite Semester lädt Sie alle ein, gemeinsam am 25. November ab 19:00 Uhr unser Schulfest zu feiern. In der neu gestalteten Aula wird Musik gespielt, in der Cafeteria und dem Großgruppenraum ist ausreichend Platz, um sich (wieder) zu treffen und in Erinnerungen zu schwelgen. Getränke und ein Buffet runden das Angebot ab. Die Schulgemeinschaft freut sich darauf, Sie in großer Zahl begrüßen zu dürfen.

Schwester Monique Soubeiga aus Burkina Faso

Am Mittwoch, 18.10.2017, erhielt das NGA besonderen Besuch aus Burkina Faso. Schwester Monique Soubeiga kam zu uns in Begleitung von Herrn Meinard Rupieper, der das Hilfswerk Missio vertritt und die ganze Reise der Schwester mitorganisierte und von Dirk Müller aus dem Generalvikariat, der als Dolmetscher sehr gut übersetzte.

Jeweils morgens und abends stellte sie den Studierenden und beteiligten Lehrkräften das Land Burkina Faso und ihre Arbeit dort vor.

Das Land zählt zu den fünf ärmsten Ländern der Welt. Insbesondere für Frauen und Mädchen stellen sich besondere Herausforderungen und Nöte dar. Hier setzt die Arbeit der Schwesterngemeinschaft an. Sie betreiben ein Zentrum, in dem unterernährte Babys aufgenommen und aufgepäppelt werden, es werden physiotherapeutische Maßnahmen angeboten für Menschen mit Behinderung, die in dem Land noch immer mit dem Bösen und dem Unglück in Verbindung gebracht werden und aus der Gesellschaft ausgeschlossen sind. Als dritten Schwerpunkt unterstützen die Schwestern junge, häufig 14-jährige, Mütter, die oftmals zwangsverheirate sind und sich jeder Lebensperspektive berauben. Ihnen werden die Möglichkeiten der Schulbildung oder gar der Berufsausbildung gegeben, neben der alltäglichen Unterstützung.

Viel Raum nehme aber auch die Aufklärung der jungen Mädchen ein, die diesen Weitblick nicht von sich aus mitbringen. Eng damit verknüpft ist auch der Kindergarten, den die Schwestern betreiben, der es gerade den jungen Frauen überhaupt ermöglicht, Freiräume gestalten zu können. Als sechsten Tätigkeitspunkt nennt Schwester Monique die Katechese-Arbeit, die vorwiegend den Kindern zu Gute komme, den Blick auf den Nächsten weite und auch dem immer noch weit verbreitetem Aberglaube, der bis zur Hexenverfolgung, der Genitalverstümmelung und auch der Überzeugung, dass Menschen mit Behinderung Schlangen seien, entgegenwirke.

Ihre Arbeit trage Früchte, wenn es auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sei und viel Geduld erfordere. Auf die Frage, was ihr die Motivation für die Arbeit und die Begegnung mit all dem Elend gebe, führt sie aus, dass sie diese jeden Morgen aus der Kraft ihres Glaubens erhalte. Diese Kraft nenne sie Gott, der ihr jeden Tag die Möglichkeit gebe, etwas schaffen zu können.

In diesem Zusammenhang berichtet sie von einer sehr persönlichen Erfahrung, als sie noch im Tschad tätig war und mit dem Auto in Begleitung zweier Schwestern zu einer kranken Schwester fuhr. Diese war 350 km entfernt und musste in ein Krankenhaus gebracht werden, das auch mehrere hundert Kilometer entfernt lag. Auf dem Rückweg geriet ihr Auto unter Beschuss von Kriminellen, eine Mitschwester war auf der Stelle tot, die andere wurde in Brust und Hüfte getroffen und sie selbst erlitt einen Knieschuss. Der Wagen kam von der Fahrbahn ab, überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen. Die Täter versuchten den Wagen mit Benzin in Brand zu setzten, was glücklicherweise nicht gelang. Erst Stunden später hielt ein Kleinbus, um den beiden Überlebenden zu helfen. Man

merkte Schwester Monique an, wie schwer es auch heute noch für sie ist, davon zu berichten, und ohne die Kraft des Glaubens, hätte sie das alles nicht durchgestanden und weiter machen können. Ob sie es jemals bereut habe, in die Schwesternschaft eingetreten zu sein, wollte eine Studierende wissen. Nein! Es gebe immer Situationen, wie oben geschildert, in denen man nicht zufrieden sei, aber ihre Entscheidung sei die richtige.

Die Beteiligten zeigten sich beeindruckt von der Arbeit und der Persönlichkeit der Schwester und dankten ihr den Besuch mit ehrlichem Applaus.

Besuch aus Burkina Faso

Der Oktober ist der Monat der Weltmission und zu diesem Anlass wird das Augenmerk auf Burkina Faso gelegt. Das Nikolaus-Groß-Abendgymnasium freut sich besonders, einen Gast aus Burkina Faso am 18. Oktober morgens und abends begrüßen zu dürfen. Schwester Monique Soubeiga wird am kommenden Mittwoch einen Einblick in ihren Alltag geben.

 

Als Teil der Schwestern der Kongregation „Notre Dame des Apôtres“ arbeitet sie mit den Schutzbedürftigsten Menschen in Burkina Faso. Das Land gehört zu den fünf ärmsten Ländern der Welt und dementsprechend sind die zu lösenden Probleme gewaltig. Neben den alltäglichen Fragen nach Gesundheitsversorgung und den Kampf um Wasser und Lebensmittel beschäftigt sich die katholische Kirche um das gelingende Nebeneinander von Islam und Christentum.

 

Nach dem Besuch von Mariam Diallo, bei dem sie uns von den Schwierigkeiten, die der Landwirtschaft Burkina Fasos durch die Einfuhr subventionierter Lebensmittel aus Europa entstehen, berichtete, freuen wir uns, dass Sr. Monique Soubeiga den Studierenden die Lage Burkina Fasos aus einem ganz anderen Blickwinkel zu präsentieren. Mit ihrer Arbeit insbesondere mit Frauen und Mädchen, die auch in Burkina Faso zu den schwächsten Gliedern der Gesellschaft gehören, bekommt man Einblick in das Alltagsleben des westafrikanischen Landes.

Wochenende „Strukturwandel im Ruhrgebiet“

Am vergangenen Wochenende konnte das Nikolaus-Groß-Abendgymnasium einigen Studierenden des Leistungskurses Geschichte des vierten Semesters sowie der Grundkurse Geschichte und Geographie des dritten Semesters eine ganz besondere Lernerfahrung bieten.

Am Samstagmorgen trafen sich die Studierende und Lehrenden der Kurse in der „Wolfsburg“ und wurden von Projektleiter Martin Schroeder begrüßt und in das Projekt „Glückauf Zukunft“ eingeführt, das neben dem Wochenende sehr viele Veranstaltungen rund um das Ende des Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet bietet. Anschließend bekamen die Studierenden eine Einführung in die Arbeit im Bergbau und danach erarbeiteten sie in einer Gruppenarbeit den Strukturwandel des Ruhrgebiets aus historischer und zeitgenössischer Perspektive.

 

Auf die Ergebnisse der Arbeiten aufbauend stellte Paul Hendricksen, Dozent der Universität Duisburg-Essen, die Stadtteilarbeit des Instituts für Stadtteilforschung vor. Da in der Stadt Essen ein deutliches Sozialgefälle aufzufinden ist, zeigt sich in dieser Stadt ganz besonders die Auswirkungen von Strukturwandel, aber auch soziale Probleme, die in allen Städten aufzufinden sind. In der Diskussion mit den Studierenden sprach Hendricksen über die Lösungen, die in der sozialen Arbeit angestrebt werden, um die Auswirkungen dieses Gefälles abzumildern. Zum Abschluss sahen sich die Teilnehmer die Ruhrgebietskomödie „Radio Heimat“ an, in dem das Ruhrgebiet besonders in seinen Klischees dargestellt wird.

 

Nach dem Frühstück kam der Fotografiekünstler Maic Schulte und stellte einige Aufnahmen seiner im September beendeten Fotoausstellung über das Ruhrgebiet vor. Er erläuterte an den verschiedenen Aufnahmen, wie der Strukturwandel im Ruhrgebiet sichtbar wird.

Der Höhepunkt des Tages sollte ein Besuch des Duisburger Landschaftsparks Nord werden, in dem die Überreste eines alten Stahlwerks stehen. Neben Maic Schulte stellte sich der ehemalige Stahlarbeiter Theo Steegmann zur Verfügung, um die Studierende durch den Park zu führen. Eine Gruppe besichtigte den Park am Boden. Eine andere Gruppe stieg die Treppen eines der alten Hochöfen hinauf. In der Höhe von ungefähr 70 Metern kann man eine traumhafte Aussicht über das Ruhrgebiet bis hin zum Rheinland genießen.

 

Theo Steegmann war in den achtziger Jahren einer der Organisatoren der großen Demonstrationen gegen die Schließung des Stahlwerks in Rheinhausen. Er stellte sich als Ruhrgebietsmensch vor, der von den Studierenden wissen wollte, ob das Ruhrgebiet für sie ein lebenswerter Ort sei und wie sie die Zukunftsperspektiven des Ruhrgebiets sehen würden. Daraus entstand eine spannende Diskussion, die aus Zeitmangel beendet werden musste.

Insgesamt danken wir Martin Schroeder, der Akademie „Die Wolfsburg“, der RAG-Stiftung und den Gästen, dass unseren Studierenden eine ganz besondere Möglichkeit geboten wurde, ihre Kenntnisse in den Fächern Geographie und Geschichte zu vertiefen. In beiden Fächern sind die behandelten Themen Teil des Kernlehrplans und der Abiturprüfungen, sodass die Studierenden in hohem Maße von dieser Veranstaltung profitieren konnten.

Zusammenarbeit mit der Wolfsburg: Ein Rückblick

Am kommenden Wochenende ermöglicht die katholische Akademie „Die Wolfsburg“ zusammen mit der RAG-Stiftung den Studierenden des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums ein ganz besonderes Wochenende, an dem Studierende des vierten und dritten Semesters eine zweitägige Bildungsveranstaltung unter dem Motto „Strukturwandel und Industrialisierung im Ruhrgebiet“ besuchen. Dies ist ein fächerübergreifendes Projekt der Bereiche Geographie und Geschichte.

Grußwort des Schulleiters

Bereits im vergangenen Semester gab es eine Auftaktveranstaltung, an der die Studierenden des vierten Semesters Zechensiedlungen im Ruhrgebiet untersuchen konnten. Auch hier wurde die frühe Geschichte der Zechensiedlungen mit den Gegebenheiten im heutigen Ruhrgebiet verknüpft. Nach der Eröffnung durch den Projektleiter Martin Schroeder sprach Schulleiter Jochen Suthe, der sich im Namen der Schulgemeinschaft für die einmalige Lernerfahrung bedankte, die den Studierenden geboten wurde.

 

Zunächst sprach der ehemalige Bergmann Maic Schulte, der heute als Fotograf tätig ist. Seine Fotos wurden in der Wolfsburg ausgestellt, da diese sich mit den Industriestätten und Wohnanlagen des Industriestandorts Ruhrgebiet auseinandersetzten. Er zeigte den Studierenden einige Bilder und diskutierte angeregt über das soziale Zusammenleben früher und in der Zeit, in denen die Studierenden aufwuchsen.

Darüber hinaus unterstützte ihn Thomas Machoczek, der das Ruhrgebiet durchwandert und darüber ein Buch geschrieben hat. Der Pressesprecher des Gasometers übernahm anschließend eine Führung durch eine der ältesten Industriesiedlungen Deutschlands, der Siedlung Eisenheim in Oberhausen. Hier berichtete er den Studierenden von den Besonderheiten der Arbeiterwohnungen, den verschiedenen Altersstufen der heute stehen gebliebenen Häuser und die Unterschiede der Häuser von Arbeitern und Vorarbeitern.

Auch hier entwickelten sich immer wieder Gespräche mit den Studierenden, denen das eigene Lebensumfeld vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse noch einmal neu verdeutlicht wurde. Insgesamt dankt das Nikolaus-Groß-Abendgymnasium für die Organisation eines außerordentlichen Lernumfelds, das die historischen Kenntnisse des Geschichts-LKs im Sinne des Lehrplans vertiefte.

Umso mehr freut sich die Schulgemeinschaft, dass dieser Nachmittag nun in einem Wochenendworkshop fortgeführt wird und einen noch größeren Teil der Schulgemeinschaft umfasst sowie die Öffnung zum Fach Geographie. Auch hier verspricht sich das Abendgymnasium eine lehrreiche und zugleich unterhaltsame Zusammenarbeit.

 

Ältestes erhaltenes Haus der Siedlung Eisenheim

 

Besuch der Zeche Prosper-Haniel

Zwei Studierende des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums durften an einer ganz besonderen Veranstaltung teilnehmen. Die RAG-Stiftung bereitet das Ende des Kohlebergbaus im Ruhrgebiet vor und Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck besuchte die letzte tätige Zeche Prosper-Haniel in Bottrop mit jungen Multiplikatoren aus der Gesellschaft. Auf Einladung durften Paolo Catanho und Björn Schüring daran teilnehmen, die sich in besonderer Weise für die Schulgemeinschaft einsetzen. Ein großes Dankeschön geht an die RAG-Stiftung sowie die katholische Akademie „Die Wolfsburg“, die dieses Erlebnis ermöglicht haben.

Paolo Catanho (r.) und Björn Schüring (6. v. r.) beim Besuch auf Prosper Haniel

Wir danken Martin Schröder für die Bereitstellung des Fotos.