Verstärkung an der Franziskanerstraße

Seit dem 1. November verstärkt Bettina Depta das Team des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums mit den Fächern Deutsch und Geographie. Frisch aus dem Referendariat wechselte sie vom Goethe-Gymnasium Dortmund an das Abendgymnasium Essen und unterstützt neben ihrer fachlichen Ausbildung das Kollegium mit ihrer Expertise zum digitalen Lernen. Gerade in der aktuellen Lage der Pandemie ist diese Hilfe ein wichtiger Baustein, um die Versorgung unserer Studierenden bestmöglich zu garantieren. Im folgenden Interview wollen wir die neue Kollegin vorstellen. Die gesamte Gemeinde des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums wünscht ihr eine gute und vielseitige Zeit am neuen Arbeitsplatz:

Nikolaus-Groß-Abendgymnasium (NGA): Herzlich Willkommen am Abendgymnasium! Wie wurdest du im Kollegium begrüßt?

Bettina Depta: Ich bin hier toll aufgenommen worden. An meinen ersten Tagen haben sich alle bei mir vorgestellt und haben mir ihre Hilfe angeboten. Diese herzliche Atmosphäre, die am ersten Tag zu spüren war, erlebe ich bis heute immer wieder.  Ich bin zwar erst kurze Zeit hier, habe aber jetzt schon das Gefühl, lange Zeit hier zu arbeiten. Ich komme sehr gerne hier hin.

NGA: Wie hast du die Studierenden unserer Schule in den ersten Wochen erlebt?

Bettina Depta: Ich bin ehrlich, dass ich vor meiner Stelle wenig Berührungspunkte mit dem Zweiten Bildungsweg hatte und vorher etwas skeptisch war. Die Schulleitung ermöglichte mir, vor meiner Entscheidung an dieser Schule zu hospitieren. Herr Hannibal konnte an diesem Tag viele meiner Fragen beantworten und die Eindrücke waren positiv. In meinen ersten Wochen erlebe ich die Arbeit mit den Studierenden auf Augenhöhe. Dadurch ist das Arbeitsklima an der Schule sehr positiv. Das macht mir beim Unterrichten Freude.

NGA: Du kommst aus dem Ruhrgebiet. War es ein Wunsch von dir, in dieser Region zu bleiben?

Bettina Depta: Diesen Wunsch hatte ich. Auch aus fachlicher Sicht ist das Ruhrgebiet ein perfekter Standort. Im Fach Geographie sprechen wir auch über Themen wie den Strukturwandel an Orten, die sich auf Grund der globalisierten Wirtschaft neuen Gegebenheiten anpassen müssen. Wie dies funktioniert, kann man besonders gut in dieser Region erleben, weswegen die Themen, die wir besprechen, für das Leben der Studierenden eine Relevanz haben.

NGA: Damit sprichst du eines deiner beiden Fächer an. Warum faszinieren dich die Fächer Geographie und Deutsch?

Bettina Depta: Im Fach Deutsch mag ich es, mich mit den Studierenden über Texte auszutauschen. Jeder Text kann immer wieder neu interpretiert werden und die verschiedenen Ansichten der Menschen erzeugen dabei immer einen ganz neuen Ansatz, wie diese Texte verstanden werden können.

In Geographie geht es darum, in welcher Kultur wir leben, und wir tauschen uns darüber aus, wie wir geprägt sind und wie die Menschen in anderen Kulturkreisen geprägt sind. Dabei ergeben sich automatisch ganz aktuelle Fragestellungen. Jeder Mensch muss sich beispielsweise mit den Auswirkungen der Globalisierung auseinandersetzen und in diesem Zuge mit dem Klimawandel. Im letztgenannten Bereich erleben wir, dass das Engagement gerade junger Menschen wächst. Im Geographieunterricht können wir erreichen, dass die jungen Menschen ihr Handeln reflektieren, also wie, warum und wofür sie sich einsetzen, was wir Handlungskompetenz nennen. Diese Begleitung finde ich erfüllend, da wir Geographielehrer etwas tun können, um die Welt zu verbessern.

NGA: Inwiefern unterscheidet sich unsere Schule von einer Schule des Ersten Bildungswegs?

Bettina Depta: Hier habe ich keine Pausenaufsichten und Elternsprechtage. (lacht) Im Ernst: Schon früh habe ich gemerkt, dass der Beratungsaspekt, den man im Ersten Bildungsweg vor allen Dingen an Elternsprechtagen ausübt, an dieser Schule regelmäßig von den Studierenden eingefordert wird. Dieser Aspekt findet dementsprechend sehr intensiv mit einem erwachsenen Lerner statt. Ich habe den Eindruck, dass ich gut auf die Situation der Studierenden eingehen kann. Ich bin nicht viel älter als die meisten Studierenden und auch in meinem Freundeskreis sind nicht alle Lehrer geworden, sondern haben ganz unterschiedliche Lebenswege.

NGA: Inwiefern macht der Umgang mit Erwachsenen die Arbeit herausfordernd?

Bettina Depta: Die Herausforderung war, dass es ein komplett neues Arbeiten war. Anfangs habe ich befürchtet, dass ich gerade die kleinsten Schüler an der Regelschule vermissen würde. Die Aufgabe hier füllt mich aber völlig aus, sodass diese Skepsis unbegründet war. Der Erziehungsaspekt ist am Abendgymnasium sicher nicht so ausgeprägt wie an der Regelschule, denn die Studierenden bringen eine hohe Eigenmotivation mit und arbeiten im Unterricht mit, da sie die Schule mit einem Ziel besuchen. Dabei belebt es meine Arbeit, dass die Studierenden eine Lebensgeschichte mitbringen, die sie in den Unterricht einbringen können, wenn sie unterschiedliche Unterrichtsgegenstände betrachten. Außerdem bringt der Standort aufgrund der Zusammensetzung der Klassen auch kulturelle Vielfalt mit sich, was sich auch auf die Gespräche im Unterricht auswirkt. Dies stellt einen Mehrwert für den Unterricht dar.

NGA: Vielen Dank für das Gespräch und viel Freude an unserer Schule!