Besuch aus Burkina Faso

Der Oktober ist der Monat der Weltmission und zu diesem Anlass wird das Augenmerk auf Burkina Faso gelegt. Das Nikolaus-Groß-Abendgymnasium freut sich besonders, einen Gast aus Burkina Faso am 18. Oktober morgens und abends begrüßen zu dürfen. Schwester Monique Soubeiga wird am kommenden Mittwoch einen Einblick in ihren Alltag geben.

 

Als Teil der Schwestern der Kongregation „Notre Dame des Apôtres“ arbeitet sie mit den Schutzbedürftigsten Menschen in Burkina Faso. Das Land gehört zu den fünf ärmsten Ländern der Welt und dementsprechend sind die zu lösenden Probleme gewaltig. Neben den alltäglichen Fragen nach Gesundheitsversorgung und den Kampf um Wasser und Lebensmittel beschäftigt sich die katholische Kirche um das gelingende Nebeneinander von Islam und Christentum.

 

Nach dem Besuch von Mariam Diallo, bei dem sie uns von den Schwierigkeiten, die der Landwirtschaft Burkina Fasos durch die Einfuhr subventionierter Lebensmittel aus Europa entstehen, berichtete, freuen wir uns, dass Sr. Monique Soubeiga den Studierenden die Lage Burkina Fasos aus einem ganz anderen Blickwinkel zu präsentieren. Mit ihrer Arbeit insbesondere mit Frauen und Mädchen, die auch in Burkina Faso zu den schwächsten Gliedern der Gesellschaft gehören, bekommt man Einblick in das Alltagsleben des westafrikanischen Landes.

Wochenende „Strukturwandel im Ruhrgebiet“

Am vergangenen Wochenende konnte das Nikolaus-Groß-Abendgymnasium einigen Studierenden des Leistungskurses Geschichte des vierten Semesters sowie der Grundkurse Geschichte und Geographie des dritten Semesters eine ganz besondere Lernerfahrung bieten.

Am Samstagmorgen trafen sich die Studierende und Lehrenden der Kurse in der „Wolfsburg“ und wurden von Projektleiter Martin Schroeder begrüßt und in das Projekt „Glückauf Zukunft“ eingeführt, das neben dem Wochenende sehr viele Veranstaltungen rund um das Ende des Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet bietet. Anschließend bekamen die Studierenden eine Einführung in die Arbeit im Bergbau und danach erarbeiteten sie in einer Gruppenarbeit den Strukturwandel des Ruhrgebiets aus historischer und zeitgenössischer Perspektive.

 

Auf die Ergebnisse der Arbeiten aufbauend stellte Paul Hendricksen, Dozent der Universität Duisburg-Essen, die Stadtteilarbeit des Instituts für Stadtteilforschung vor. Da in der Stadt Essen ein deutliches Sozialgefälle aufzufinden ist, zeigt sich in dieser Stadt ganz besonders die Auswirkungen von Strukturwandel, aber auch soziale Probleme, die in allen Städten aufzufinden sind. In der Diskussion mit den Studierenden sprach Hendricksen über die Lösungen, die in der sozialen Arbeit angestrebt werden, um die Auswirkungen dieses Gefälles abzumildern. Zum Abschluss sahen sich die Teilnehmer die Ruhrgebietskomödie „Radio Heimat“ an, in dem das Ruhrgebiet besonders in seinen Klischees dargestellt wird.

 

Nach dem Frühstück kam der Fotografiekünstler Maic Schulte und stellte einige Aufnahmen seiner im September beendeten Fotoausstellung über das Ruhrgebiet vor. Er erläuterte an den verschiedenen Aufnahmen, wie der Strukturwandel im Ruhrgebiet sichtbar wird.

Der Höhepunkt des Tages sollte ein Besuch des Duisburger Landschaftsparks Nord werden, in dem die Überreste eines alten Stahlwerks stehen. Neben Maic Schulte stellte sich der ehemalige Stahlarbeiter Theo Steegmann zur Verfügung, um die Studierende durch den Park zu führen. Eine Gruppe besichtigte den Park am Boden. Eine andere Gruppe stieg die Treppen eines der alten Hochöfen hinauf. In der Höhe von ungefähr 70 Metern kann man eine traumhafte Aussicht über das Ruhrgebiet bis hin zum Rheinland genießen.

 

Theo Steegmann war in den achtziger Jahren einer der Organisatoren der großen Demonstrationen gegen die Schließung des Stahlwerks in Rheinhausen. Er stellte sich als Ruhrgebietsmensch vor, der von den Studierenden wissen wollte, ob das Ruhrgebiet für sie ein lebenswerter Ort sei und wie sie die Zukunftsperspektiven des Ruhrgebiets sehen würden. Daraus entstand eine spannende Diskussion, die aus Zeitmangel beendet werden musste.

Insgesamt danken wir Martin Schroeder, der Akademie „Die Wolfsburg“, der RAG-Stiftung und den Gästen, dass unseren Studierenden eine ganz besondere Möglichkeit geboten wurde, ihre Kenntnisse in den Fächern Geographie und Geschichte zu vertiefen. In beiden Fächern sind die behandelten Themen Teil des Kernlehrplans und der Abiturprüfungen, sodass die Studierenden in hohem Maße von dieser Veranstaltung profitieren konnten.

Zusammenarbeit mit der Wolfsburg: Ein Rückblick

Am kommenden Wochenende ermöglicht die katholische Akademie „Die Wolfsburg“ zusammen mit der RAG-Stiftung den Studierenden des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums ein ganz besonderes Wochenende, an dem Studierende des vierten und dritten Semesters eine zweitägige Bildungsveranstaltung unter dem Motto „Strukturwandel und Industrialisierung im Ruhrgebiet“ besuchen. Dies ist ein fächerübergreifendes Projekt der Bereiche Geographie und Geschichte.

Grußwort des Schulleiters

Bereits im vergangenen Semester gab es eine Auftaktveranstaltung, an der die Studierenden des vierten Semesters Zechensiedlungen im Ruhrgebiet untersuchen konnten. Auch hier wurde die frühe Geschichte der Zechensiedlungen mit den Gegebenheiten im heutigen Ruhrgebiet verknüpft. Nach der Eröffnung durch den Projektleiter Martin Schroeder sprach Schulleiter Jochen Suthe, der sich im Namen der Schulgemeinschaft für die einmalige Lernerfahrung bedankte, die den Studierenden geboten wurde.

 

Zunächst sprach der ehemalige Bergmann Maic Schulte, der heute als Fotograf tätig ist. Seine Fotos wurden in der Wolfsburg ausgestellt, da diese sich mit den Industriestätten und Wohnanlagen des Industriestandorts Ruhrgebiet auseinandersetzten. Er zeigte den Studierenden einige Bilder und diskutierte angeregt über das soziale Zusammenleben früher und in der Zeit, in denen die Studierenden aufwuchsen.

Darüber hinaus unterstützte ihn Thomas Machoczek, der das Ruhrgebiet durchwandert und darüber ein Buch geschrieben hat. Der Pressesprecher des Gasometers übernahm anschließend eine Führung durch eine der ältesten Industriesiedlungen Deutschlands, der Siedlung Eisenheim in Oberhausen. Hier berichtete er den Studierenden von den Besonderheiten der Arbeiterwohnungen, den verschiedenen Altersstufen der heute stehen gebliebenen Häuser und die Unterschiede der Häuser von Arbeitern und Vorarbeitern.

Auch hier entwickelten sich immer wieder Gespräche mit den Studierenden, denen das eigene Lebensumfeld vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse noch einmal neu verdeutlicht wurde. Insgesamt dankt das Nikolaus-Groß-Abendgymnasium für die Organisation eines außerordentlichen Lernumfelds, das die historischen Kenntnisse des Geschichts-LKs im Sinne des Lehrplans vertiefte.

Umso mehr freut sich die Schulgemeinschaft, dass dieser Nachmittag nun in einem Wochenendworkshop fortgeführt wird und einen noch größeren Teil der Schulgemeinschaft umfasst sowie die Öffnung zum Fach Geographie. Auch hier verspricht sich das Abendgymnasium eine lehrreiche und zugleich unterhaltsame Zusammenarbeit.

 

Ältestes erhaltenes Haus der Siedlung Eisenheim

 

Besuch der Zeche Prosper-Haniel

Zwei Studierende des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums durften an einer ganz besonderen Veranstaltung teilnehmen. Die RAG-Stiftung bereitet das Ende des Kohlebergbaus im Ruhrgebiet vor und Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck besuchte die letzte tätige Zeche Prosper-Haniel in Bottrop mit jungen Multiplikatoren aus der Gesellschaft. Auf Einladung durften Paolo Catanho und Björn Schüring daran teilnehmen, die sich in besonderer Weise für die Schulgemeinschaft einsetzen. Ein großes Dankeschön geht an die RAG-Stiftung sowie die katholische Akademie „Die Wolfsburg“, die dieses Erlebnis ermöglicht haben.

Paolo Catanho (r.) und Björn Schüring (6. v. r.) beim Besuch auf Prosper Haniel

Wir danken Martin Schröder für die Bereitstellung des Fotos.