Wir sind eine kleine Familie – Die Theater AG

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Die Einrichtung von Gruppen, die sich außerhalb des Unterrichts treffen, wie es sie an der Tagesschule ganz selbstverständlich gibt, ist im Nikolaus-Groß-Abendgymnasium nur selten realisierbar. Umso spannender erscheint das Engagement der Studierenden, die selbst eine Theater AG ins Leben gerufen haben, regelmäßig proben und in Kürze bereits ihr erstes selbst geschriebenes Stück zur Aufführung bringen wollen.

 

Beim Besuch der am Donnerstag stattfindenden Probe trifft man auf bestens gelaunte Studierende, die es gar nicht abwarten können, kreativ zu arbeiten. Genau diese Möglichkeit fehlte vielen Studierenden. Initiatorin Alisson Bonnefoy erklärt ihre Idee, die Gruppe zu gründen, folgendermaßen: „Hier fehlten Kunst und kulturelle AGs. Ich wollte der Schule auf dieser Ebene Leben einhauchen.“ Sie machte einen Aushang auf der Studierendenpinnwand, auf dem sie nach interessierten Mitstreitern suchte und schnell fündig wurde. Marcel Schmidt war begeistert: „Ich konnte es gar nicht abwarten und habe regelmäßig gefragt, wann es endlich losgeht.“

 

Obwohl die Freizeit der Studierenden knapp ist, nehmen sie sich die Zeit für die AG. Familienvater Thomas Wilde nimmt die Proben bewusst war: „Es ist eine schöne Abwechslung zum Unterricht.“ Aber auch der soziale Aspekt kommt nicht zu kurz, wie Felix Frank berichtet: „Obwohl wir aus unterschiedlichen Kursen kommen, verstehen wir uns sehr gut.“ Melanie Schulz geht noch weiter, indem sie feststellt: „Wir sind eine richtige kleine Familie geworden.“

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Die Themen und Texte entwickelt die Gruppe selbst und Alisson Bonnefoy betont, dass es nicht schlimm ist, dass die Schauspieler während der Proben auch Blödsinn machen: „Immer wenn etwas Lustiges passiert, entstehen neue Ideen für unser Stück. Ich lasse mich beim Schreiben von den hier versammelten Talenten inspirieren.“ Und so vergessen die Akteure sogar hin und wieder die Zeit. Eigentlich dauert die Probe eine Stunde, doch meist überziehen die Studierenden. Robin Wyes erzählt vom ersten Treffen, bei dem die Gruppe überlegte, was sie einüben wollen. „Auf einmal guckten wir auf die Uhr und es waren drei Stunden vergangen.“

 

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Diese Gruppe wünscht sich, dass die kommende Aufführung kein Einzelprojekt bleibt, sondern dass die AG unabhängig von einzelnen Studierenden bestehen bleibt und den Schulalltag auch in Zukunft bereichert. Die Proben befinden sich bereits in der Endphase, denn bereits im Dezember soll das erste Stück zur Aufführung kommen. „Wir hoffen, dass viele Zuschauer kommen. Der Eintritt ist frei und es wird sich lohnen.“ verrät Alisson Bonnefoy. Sobald ein Termin feststeht wird er auf der Homepage veröffentlicht. Bis dahin wünscht das Nikolaus-Groß-Abendgymnasium wie in Schauspielkreisen üblich: Hals- und Beinbruch.

Gottesdienst an Allerseelen

gottesdienst-nov-2016Nach der Pause am 01. November nutzte das Nikolaus-Groß-Abendgymnasium den katholischen Feiertag Allerseelen, um einen Wortgottesdienst zu feiern, der den Umgang mit toten Angehörigen thematisierte. Ein großer Dank gilt dem evangelische Religionskurs des ersten Semesters, der diesen Gottesdienst vorbereitete und immer wieder Denkanstöße in die Versammlung der Gottesdienstbesucher einbrachte.

 

Der Schulseelsorger Michael Schwarzer begrüßte die Anwesenden zunächst, indem er auf die Geschichte des Feiertags Allerseelen einging. Abt Odilo von Cluny führte diesen Gedenktag in seiner Gemeinde ein. Während der Tag damals in der Osterzeit begangen wurde, wurde dieser später für die ganze katholischen Kirche übernommen, um den Verstorbenen zu gedenken.

 

Im Vorfeld hat das erste Semester Gedanken zum Zitat Bertold Brechts verfasst, wonach ein Mensch erst Tod sei, wenn er vergessen werde. Aus christlicher Sicht greife diese Ansicht des Atheisten Brecht zu kurz, doch stimmte der Kurs der Aussage insofern zu, als dass die Gläubigen darauf hoffen, dass Gott sie nie vergisst.

In seiner Predigt bat Michael Schwarzer darum, sich einem Gedankenexperiment zu öffnen, wie es wäre, wenn niemand sterben müsse. Einerseits sei es eine tröstliche Vorstellung, denn man bräuchte keine endgültigen Abschiede mehr zu erleben, andererseits verlöre das Leben dadurch an Kostbarkeit. Er betonte, dass der Tod, der uns zumeist als grausam erscheine, das Abwerfen des menschlichen Körpers sei, und die Gläubigen in der Hoffnung leben, dass sie an der Seite Gottes das ewige Leben ohne Sorgen und Schmerz erwarten.

Die Studierenden trugen selbst erstellte Fürbitten und das Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse vor. Zum Abschluss verteilten sie selbst gebastelte Samenbomben, die eingepflanzt werden sollen, um den Anfang, dem laut des Gedichts ein Zauber inne wohnt, selbst zu erleben.