„Wir wollen Ansprechpartner sein“

Die Studierenden des Nikolaus Groß Abendgymnasiums haben vor zwei Wochen zum ersten Mal nach langer Zeit ihre Studierendenvertreter gewählt. Im Gespräch erzählte uns eine der beiden Vorsitzenden, Dunja Arens, wie es zur Verwirklichung der Idee gekommen ist, und welche Pläne die neu gegründete Studierendenvertretung (SV) verfolgt.

Die Idee, eine SV zu gründen, wurde von Schulleiter Jochen Suthe an die Studierenden herangetragen und zunächst mit Skepsis aufgenommen: „Wir haben zunächst gedacht, dass hier ausschließlich Erwachsene sind, die sich mit den vorhandenen Strukturen Gehör verschaffen können.“ Allerdings folgte nach Diskussionen zwischen den Kurssprechern der verschiedenen Semester die Entscheidung, eine solche SV zu gründen. Lachend fügte Frau Arens hinzu, dass sie gehört habe, dass auch der ehemalige Schulleiter Bernhard Nadorf zu Beginn seiner Amtszeit versucht habe, die demokratische Teilhabe der Studierenden durch eine Vertretung zu stärken. Ganz ernsthaft fügte sie dann hinzu: „Nun müssen wir versuchen, dass diese Idee beibehalten wird.“

Weil bei der konstituierenden Sitzung die Vertreter dreier Semester fehlten, wurde ein zweites Treffen einberaumt, bei dem sich die Studierenden schließlich nicht nur für die Gründung der SV entschieden, sondern auch Frau Komowski und Frau Arens zu den Vorsitzenden dieser Institution wählten. Darüber hinaus wählten die Studierenden Herrn Becker zum Vertrauenslehrer.

Innerhalb der Schule sieht die SV ihre Aufgabe darin, wichtige Entscheidungen mitzugestalten, aber auch darin, eine Möglichkeit der Konfliktbewältigung der Studierenden untereinander zu schaffen. „Oftmals werden die ‚Lieblinge’ einer Klasse zu Kurssprechern gewählt. Das kann problematisch sein, wenn sich jemand gerade nicht an diese Person wenden möchte. Für diese Fälle wollen wir Ansprechpartner sein, damit eine Konfliktlösung möglich ist, ohne dass sofort ein Lehrer hinzugezogen wird.“ So definiert Frau Arens ihren Aufgabenbereich. Des Weiteren steckt die SV auch mitten in den Planungen für ein Grillfest, das am 14 Juni stattfinden soll. „Hier sollen auch die Fachabiturienten eine Abschiedsfeier bekommen.“ Natürlich soll dieses Fest auch für alle anderen Semester zugänglich sein und die SV hofft auf eine rege Beteiligung: „Wir wollen das Fest absichtlich tagsüber veranstalten, da wir wissen, dass es so für viele Studierenden einfacher ist, ihren Anhang mitzubringen. Wäre es abends, müsste man zunächst einen Babysitter organisieren.“

Anders als an der Tagesschule bleiben unsere Studierenden nicht sechs oder gar neun Jahre an der Schule, sondern höchstens dreieinhalb Jahre oder weniger. Dies erfordert Einsatz, damit die neu geschaffenen Strukturen aufrecht erhalten bleiben: „Hier muss die Einzelperson ganz klar Verantwortung übernehmen.“

So berichtete Frau Arens von der Organisation des zweiten Treffens, dass in einem Semester nicht einer der vier Kurssprecher anwesend war, und sie die Kursteilnehmer dazu überreden musste, einen spontanen Stellvertreter zu entsenden, damit das Treffen beschlussfähig sein konnte.

Fortan wird die SV alle Studierenden über das schwarze Brett in der Cafeteria über ihr Wirken informieren, deswegen lohnt sich der regelmäßige Blick auf die neu angebrachte Tafel, um Neuigkeiten zu erfahren.

Abschließend wünschen wir der Studierendenvertretung ein gutes Gelingen.